Anmelden
DE  Ι  FR  Ι  EN
Publikationen
Stimmberechtigte liebäugeln mit Gegenentwurf zu Initiative "Ja zum Schutz der Privatsphäre"
Wäre im November 2016 über die Initiative "Ja zum Schutz der Privatsphäre" abgestimmt worden, hätten eine knappe Mehrheit aller Stimmwilligen für die Initiative gestimmt. Müssten sie aber zwischen der Initiative und einem Gegenentwurf entscheiden, sprechen sie sich in der Stichfrage für den Gegenentwurf aus. 
Stimmberechtigte liebäugeln mit Gegenentwurf zu Initiative "Ja zum Schutz der Privatsphäre"

Grundsätzlich greift die Initiative "Ja zum Schutz der Privatsphäre" ein mehrheitlich vorhandenes Klima in der Schweizer Stimmbevölkerung auf. Die aktuelle Zustimmung ist mehrheitlich, allerdings mit 52 Prozent Ja-Anteil nur knapp. Erfahrungsgemäss verlieren Initiativen allerdings im Verlauf des Abstimmungskampfes an Zustimmung. Diese Erosion ist bei Initiativen ein bekanntes Phänomen: Vor Beginn des Abstimmungskampfes wird das Problem betrachtet – die gefährdete Privatsphäre. Zum Schluss des Abstimmungskampfes betrachten man nur noch die Lösung in Form der Initiative und dort vor allem die Schwachstellen. Dabei verliert fast jede Initiative an Zustimmung. Zwei Prozentpunkte Reserve ist dabei sehr wenig.

Die Meinungen zum aktuell im Parlament diskutierten Gegenvorschlag sind hingegen erst im Entstehen. Dennoch lassen sich erste Erkenntnisse ableiten: Insgesamt überwiegt der Ja-Anteil zum Gegenvorschlag gegenüber dem Nein sichtbar. Sollte die Initiative zurückgezogen werden, könnte der Gegenvorschlag noch zusätzlichen Auftrieb erfahren: Die 43 Prozent den Gegenvorschlag befürwortenden Teilnahmewilligen erhalten vermutlich Unterstützung von den 17 Prozent, welche sich aktuell für die Initiative, aber gegen den Gegenvorschlag aussprechen – für sie könnte der Gegenvorschlag bei zurückgezogener Initiative zu einem akzeptablen Kompromiss werden. Damit steht ein Potenzial von rund 60 Prozent einer klar minderheitlichen Ablehnung des Gegenvorschlags von 17 Prozent gegenüber – eine sichtbar bessere Ausgangslage, als die Initiative aktuell geniesst.



Datenbasis

Die Ergebnisse der Planungsstudien zur Initiative "Ja zum Schutz der Privatsphäre" vom November 2014 bis 2016 basieren jeweils auf einer repräsentativen telefonischen Befragung von rund 1000 Stimmberechtigten aus der ganzen Schweiz durch gfs.bern. Die Befragung 2016 wurde zwischen dem 11. und 24. November 2016 durchgeführt. Befragt wurde mittels eines Random Digit Dialing (RDD)/Dual-Frame-Verfahrens via Festnetz und Handy.
Kunde
Vereinigungen Schweizerischer Assetmanagement- und Vermögensvwaltungsbanken sowie Schweizerischer Privatbanken
Zitierweise
Verwendung unter Quellenangabe gestattet, zitierweise "Auszug aus der Forschungsarbeit von gfs.bern"
Grundgesamtheit
Stimmberechtigte der Schweiz, die einer der drei Landessprachen, Deutsch, Französisch oder Italie-nisch, mächtig sind
Herkunft der Adressen
Stichprobenplan Gabler/Häder für RDD/Dual Frame Verwendung der Swiss-Interview-Liste
Art der Stichprobenziehung
Random-Quota; Geburtstagsmethode im Haushalt
Erhebungsart
CATI
Befragungszeitraum
11. November 2016 - 24. November 2016
Realisierte Interviews
1005
Vertrauensintervall für Gesamtstichprobe
±3.2 Prozentpunkte bei 50/50 und 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit
Quotenmerkmale
Sprache, Alter/Geschlecht interlocked, Festnetz und Handy
Gewichtung nach
Dual-Frame-Gewichtung, Designgewichtung nach Sprachregion, zu-sätzliches Redressment entlang von Wohnsituation, Parteiaffinität und Geschlecht/Alter interlocked
Hauptautor
Co-Autoren
  • Jonas Philippe Kocher
  • Carole Gauch
Team
  • Stephan Tschöpe
  • Aaron Venetz
  • Alexander Frind
Banken, Bankkundengeheimnis, Bankgeheimnis, Matter
Facebook
Twitter
Mail

Please login or register to post comments.