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Familienpolitik: Trendstop brachte Ja-Mehrheit, Nein auch Ausdruck Stadt/Land und Betroffenheit
Autor: Lukas Golder - Kategorie(n): [Politik]
Die Vorlage zur Familienpolitik brachte einen krassen Fall mit einem Auseinanderfallen von Volksmehr und Ständemehr. Das Volks-Ja kam dank einem Trendbruch des Meinungsverlaufs in den letzten Wochen bis zur Abstimmung zustande. Das Nein bei den Ständen ist auch Ausdruck eines Modernisierungskonflikts, welcher in den letzten Jahren immer wieder Abstimmungsvorlagen entscheidet.
 
In der ersten Phase der Hauptkampagne baute sich das Nein auf und die Ja-Neigung ging zurück. Die schwach positiv prädisponierte Vorlage konnte effektvoll bekämpft werden und die Kampagne brachte Vorteile für die Nein-Seite. Hätte sich dieser Trend bis zum Schluss fortgesetzt, wäre auch ein Volks-Nein eingetreten. In der letzten Phase reduzierte sich die Ja-Seite aber nicht mehr weiter, was auf die Reaktion der Ja-Kamapagne zurückzuführen sein dürfte.
 
 
Regionale Analyse des Stände-Neins
Die regionale Analyse untermauert neben dem offensichtlichen Sprachunterschied den Eindruck eines starken Stadt-Land-Grabens. Idealtypisch kommt dieser beim Individualisierungsindex zum Ausdruck, der den Anteil an der Bevölkerung zeigt, welcher ausserhalb eines traditionellen Familienrahmens lebt. Je höher der Anteil von Personen, welche nicht im klassischen Familienrahmen leben, desto höher auch der Ja-Anteil. Solothurn liegt dabei etwas über dem erwartbaren Wert, was noch knapp für ein Ja (50.4%) gereicht hat. Graubünden (48.8% Ja), Luzern (48.8% Ja) hatten zwar so betrachet auch erhöhte Werte. Sie stimmten etwas mehr Ja, als aufgrund ihrer Haushaltstrukturen im Vergleich zu anderen deutsprachigen Kantonen zu erwarten gewesen wäre. Beide Kantone lehnten aber trotzdem mehrheitlich ab, was die Vorlage zu Fall brachte.
 
 
Ein weiterer Faktor, welcher den Graben aufzeigt, bezieht sich auf die Betroffenheit. Kantone mit mehr Krippenplätzen haben auch verstärkt zugestimmt. Dies kann auch so interpretiert werden, dass die bisherige Struktur von Krippen Ausdruck eines Bedürfnisses sind. Dort, wo sich bisher wenig Bedürfnisse entwickelten, wird der Familienartikel kritischer beurteilt.
 
 
 


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