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Pragmatische Umsetzung der Initiative gegen Masseneinwanderung ist mehrheitsfähig
Im Auftrag der Interpharma führte das Forschungsinstitut gfs.bern eine vierte Studie in der Projektreihe "Bilaterale und Zuwanderung" durch. Hauptziel dieser Reihe ist, das Meinungsbild der Schweizer Stimmberechtigten rund um die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU auszuleuchten.
Pragmatische Umsetzung der Initiative gegen Masseneinwanderung ist mehrheitsfähig

Die Haupterkenntnisse der vierten Befragung können wie folgt zusammengefasst werden:

 

  • 51 Prozent der Stimmberechtigten sind mit der vom Parlament beschlossenen Umsetzung der Initiative gegen Masseneinwanderung mittels Inländervorrang eher oder sehr zufrieden, was angesichts der weitgehend kritischen Perzeption in den Medien bemerkenswert ist. 38 Prozent sind damit eher oder gar nicht zufrieden. Die gewählte Lösung ist mehrheitsfähig: Im Falle einer Referendumsabstimmung würden 57 Prozent der Stimmberechtigten, die angeben, bestimmt an einer solchen Abstimmung teilzunehmen, bestimmt oder eher für die beschlossene Umsetzung stimmen.
  • Genau die Hälfte der Stimmberechtigten sieht in den bilateralen Verträgen mit der EU eher oder nur Vorteile. Im Langzeitvergleich zeigt sich, dass die positiven Einschätzungen wieder zunehmen, nachdem es im Oktober 2015 einen Tiefpunkt gab, als nur 43 Prozent der Befragten angaben, in den Bilateralen vorwiegend Vorteile zu sehen. Die negativen Einschätzungen bleiben jedoch über die Zeit hinweg relativ stabil (25 Prozent sehen nur oder eher Nachteile). Kleiner geworden ist mit 19 Prozent der Anteil jener, die in den Bilateralen gleichzeitig Vor- und Nachteile sehen.
  • Für die Beurteilung der Bilateralen sind nach wie vor wirtschaftliche Argumente am wichtigsten: 77 Prozent der Befragten stimmen der Aussage voll oder eher zu, dass die Wirtschaft auf stabile Beziehungen zur EU angewiesen sei. Auch die Aussage, dass die Bilateralen der Wirtschaft den Zugang zum wichtigsten Exportmarkt der Schweiz, der EU, sichern, wird von 75 Prozent der Befragten geteilt.
  • Hinsichtlich der zukünftigen Ausgestaltung der Beziehung der Schweiz zur EU ist weiterhin die Weiterführung der Zusammenarbeit auf der Basis der bisherigen Bilateralen die einzige mehrheitsfähige Option (78 Prozent Zustimmung). Klar nicht mehrheitsfähig bleiben hingegen eine Kündigung der Bilateralen und Neuverhandlungen mit der EU (44 Prozent Zustimmung), ein Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (43 Prozent Zustimmung) sowie die Weiterentwicklung der Bilateralen (32 Prozent Zustimmung). Noch weniger mehrheitsfähig sind ein Alleingang der Schweiz ohne Bilaterale (25 Prozent Zustimmung) und ein EU-Beitritt (15 Prozent Zustimmung).
  • Ebenfalls nicht mehrheitsfähig ist die RASA-Initiative: Nur 41 Prozent der Stimmberechtigten, die angeben, bestimmt an einem solchen Urnengang teilzunehmen, sind bestimmt oder eher für die Initiative, 51 Prozent sind bestimmt oder eher dagegen.
  • Die von der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (AUNS) angekündigte Volksinitiative zur Kündigung des Personenfreizügigkeitsabkommens mit der EU ist ebenfalls nicht mehrheitsfähig: 58 Prozent der Stimmberechtigten, die bestimmt an einem solchen Urnengang teilnehmen würden, wären bestimmt oder eher gegen die Initiative. Nur 34 Prozent sind bestimmt oder eher dafür.
  • Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Initiative "Schweizer Recht statt fremde Richter" (Selbstbestimmungsinitiative): 50 Prozent der bestimmt am Urnengang Teilnehmenden wären im Falle einer Abstimmung bestimmt oder eher dagegen, 41 Prozent bestimmt oder eher dafür.

 

Datenbasis:

Die Ergebnisse der vierten Befragung in der Projektreihe "Bilaterale und Zuwanderung" basieren auf einer repräsentativen Befragung von 2'501 Stimmberechtigten der Schweiz. Die Befragung wurde zwischen dem 9. und dem 25. Februar 2017 mittels computer­unterstützten Telefoninterviews (CATI) durchgeführt. Befragt wurde anhand eines Random Digit Dialing (RDD)/Dualframe-Verfahrens via Festnetz und Handy.
Kunde
Interpharma
Zitierweise
Verwendung unter Quellenangabe gestattet, zitierweise "Auszug aus der Forschungsarbeit von gfs.bern"
Grundgesamtheit
Stimmberechtigte der Schweiz, die einer der drei Landessprachen, Deutsch, Französisch oder Italienisch mächtig sind
Herkunft der Adressen
Stichprobenplan Gabler/Häder für RDD/Dual-Frame
Art der Stichprobenziehung
Random-Quota; Geburtstagsmethode im Haushalt
Erhebungsart
CATI
Befragungszeitraum
9. Februar 2017 - 25. Februar 2017
Realisierte Interviews
2'501
Vertrauensintervall für Gesamtstichprobe
±2.0 Prozentpunkte bei 50/50 (und 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit)
Quotenmerkmale
Sprache, Alter/Geschlecht interlocked, Festnetz und Handy
Gewichtung nach
Dualframe-Gewichtung, zusätzliches Redressement nach Alter/
Hauptautor
Co-Autoren
  • Urs Bieri
  • Carole Gauch
Team
  • Stephan Tschöpe
  • Aaron Venetz
  • Alexander Frind
  • Noah Herzog
Europa, Europäische Union, Bilaterale, Masseneinwanderung, RASA, Selbstbestimmungsinitiative, Kündigungsinitiative
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