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easyvote-Politmonitor 2017: Junge Erwachsene und Politik im Zeitalter von Fake-News und verändernder Medienlandschaft
Bei Abstimmungen sind junge Erwachsene oft nur unterdurchschnittlich vertreten. Nur rund jeder dritte Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren nimmt sein Wahl- und Stimmrecht wahr. Der easyvote-Politikmonitor geht der politischen Teilnahme junger Erwachsener auf den Grund. Zusammen mit dem Dachverband Schweizer Jugendparlamente (DSJ) hat gfs.bern schweizweit Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 25 Jahren befragt. Dabei zeigt sich: Weniger als die Hälfte der Jungen interessiert sich für Schweizer Politik, die Informationshäufigkeit nimmt ab und das Vertrauen in Akteure wie Bundesrat oder auch Medien ist teilweise deutlich tiefer als bei Erwachsenen.
easyvote-Politmonitor 2017: Junge Erwachsene und Politik im Zeitalter von Fake-News und verändernder Medienlandschaft

Interesse an Schweizer Politik abnehmend

Ziemlich genau die Hälfte der Schweizer Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren interessiert sich für weltweite Politik (48%). Für Schweizer Politik liegt das Interesse etwas tiefer (43%). Besonders relevant ist: Während das Interesse an Weltpolitik über die drei Befragungsjahre einigermassen konstant bleibt, nimmt das Interesse an Schweizerpolitik innerhalb der letzten drei Jahre eindeutig ab.

Klassische Medien und Facebook weniger wichtig für Informationsbeschaffung
Die Regelmässigkeit, mit der sich Jugendliche in den Medien über das politische Geschehen im Allgemeinen informieren, hat 2017 erneut abgenommen. Als wichtigster Ort der Informationsbeschaffung steht die Schule klar an erster Stelle. Klassische Medien wie Zeitungen sind dagegen weniger wichtig und büssen im Vergleich zu 2016 klar an Wichtigkeit ein. Eine Verschiebung weg von den klassischen und hin zu den neuen Medien wie Twitter, Facebook oder Instagram ist aber so auch nicht einfach zu beobachten. Im Gegenteil: Facebook verzeichnet einen mindestens ebenso starken Relevanzverlust ein wie die klassischen Medien.

Kein Vertrauen in die Medien
Die schwierigere Stellung der Medien zeigt sich auch beim Vertrauen, das Junge verschiedenen Akteuren entgegenbringen. Lediglich 17 Prozent geben an, Journalistinnen und Journalisten zu vertrauen, wenn es um politische Themen geht. Damit landen die Medien im Ranking auf dem letzten von 13 Plätzen, knapp hinter den Führungspersonen aus der Wirtschaft. Wirklich Vertrauen haben die jungen Schweizerinnen und Schweizer vor allem in den Bundesrat und in die öffentliche Verwaltung – aber auch da liegen die Werte unter denjenigen der Bevölkerung insgesamt.

 
Politische Bildung schafft Zugang
Das Interesse an Politik ist zwar rückläufig, dennoch ist aus den Antworten zu den Haltungsfragen zur Politik keine pauschale Politikverdrossenheit zu erkennen. Unabhängig von der eigenen Bereitschaft zum Engagement stimmt eine klare Mehrheit der Jugendlichen dem Argument zu, dass Politik einen grossen Nutzen für die Zukunft habe. Umso zentraler ist eine umfassende politische Bildung, deren Wichtigkeit und Wirksamkeit die befragten Jungen selbst bestätigen. Im Vergleich zum letzten Jahr werden allerdings weniger politische Aktivitäten und Themen in den Schulen wahrgenommen. Die Schulen sind dabei als erstes aber nicht als einziges in der Pflicht hier eine klare Gegenbewegung zu lancieren.

Kunde
Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ
Zitierweise
Verwendung unter Quellenangabe gestattet, zitierweise "Auszug aus der Forschungsarbeit von gfs.bern"
Grundgesamtheit
15- bis 25-Jährige mit Wohnsitz in der Schweiz
Herkunft der Adressen
Vollständige Schulverzeichnisse aus 10 Kantonen
Art der Stichprobenziehung
Klumpenauswahl (Zufallsauswahl der Schulen, Auswahl der Klassen, geschichtet nach ausgewählten Kantonen
Geschichtet nach
Schultyp
Erhebungsart
Online
Befragungszeitraum
23.Oktober 2017 - 05. Dezember 2017
Realisierte Interviews
1271
Gewichtung nach
Alter, Geschlecht, Schultyp, Sprachregion
Hauptautor
Team
  • Stephan Tschöpe
  • Aaron Venetz
  • Noah Herzog
  • Daniel Bohn
easyvote, politische Partizipation
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