Junge Generation setzt auf Gesundheit und Stabilität statt Karriere und Rebellion

17.04.2026 | Corina Schena, GFS Bern

Die junge Generation in der Schweiz blickt ihrer eigenen Zukunft mehrheitlich zuversichtlich entgegen, zeigt jedoch zunehmende Skepsis gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen. Gleichzeitig differenzieren sich ihre Werte und Lebensmodelle stärker aus. Gesundheit, Lebensqualität und Stabilität stehen im Zentrum, während klassische Karriereziele und traditionelle Jugendbilder an Bedeutung verlieren. Dies zeigt das aktuelle Jugendbarometer von gfs.bern im Auftrag von Merck. (Schweiz) AG.

Gesundheit wird zum zentralen Lebensprinzip

Gesundheit, insbesondere mentale Stabilität, ist das wichtigste Lebensziel der jungen Generation. Work-Life-Balance, persönliche Entfaltung und ein stabiles Umfeld gewinnen klar an Bedeutung. Klassische Karriereorientierung und materielle Ziele treten demgegenüber in den Hintergrund. Erfolg wird weniger über Aufstieg definiert als über Wohlbefinden und Lebensqualität.

Arbeit soll Sinn bieten, Sicherheit bleibt zentral

Junge Personen erwarten von der Arbeitswelt sinnstiftende Aufgaben, faire Bedingungen und ein respektvolles Umfeld. Gleichzeitig bleibt finanzielle Sicherheit entscheidend. Ein guter Lohn gehört weiterhin zu den wichtigsten Anforderungen an Arbeitgeber. Sinn und Sicherheit werden nicht als Gegensätze wahrgenommen, sondern gemeinsam eingefordert.

Abschied vom Mythos der rebellischen Jugend

Traditionelle Jugendbilder verlieren an Bedeutung. Party, Risikoverhalten und Rebellion stehen weniger im Zentrum. Stattdessen gewinnen soziale Beziehungen, Stabilität und Gemeinschaft an Gewicht. Die junge Generation definiert sich stärker über Sicherheit und persönliche Balance als über Abgrenzung und Grenzerfahrungen.

Digitale Welt – mehr Vertrauen in Fachpersonen als in Influencer

Die digitale Nutzung ist breit verankert, wird jedoch zunehmend kritisch reflektiert. Inhalte von Influencer oder aus sozialen Medien verlieren an Glaubwürdigkeit. Junge Menschen orientieren sich stärker an medizinischen Fachpersonen oder eigener Recherche. Gleichzeitig etabliert sich künstliche Intelligenz rasch im Alltag und wird als wichtige Kompetenz wahrgenommen.

Familienplanung wird bewusster und flexibler

Der Wunsch nach einer Familie bleibt bestehen, ist jedoch weniger selbstverständlich als früher. Entscheidungen rund um Kinder und Lebensmodelle werden stärker an Bedingungen wie Vereinbarkeit, finanzielle Sicherheit und persönliche Lebensplanung geknüpft. Moderne Optionen wie Egg Freezing stossen auf breite Offenheit, insbesondere bei Frauen.

Zunehmende Unterschiede innerhalb der Generation

Die Ergebnisse zeigen eine Generation, die weniger homogen ist als oft angenommen. Unterschiede verlaufen entlang von Geschlecht, Alter und Wertorientierungen. Frauen zeigen sich insgesamt stärker gesundheitsorientiert und unterstützen Gleichstellung sowie moderne Lebensmodelle deutlicher. Männer vertreten häufiger traditionelle Rollenbilder und zeigen eine höhere Risikobereitschaft, insbesondere im jüngeren Alter. Diese Spannungsfelder deuten auf eine zunehmende Polarisierung innerhalb der jungen Generation hin.

 

Methodische Details zur Studie

Das Merck Jugendbarometer basiert auf einer repräsentativen Befragung von 1009 Einwohner:innen der Schweiz im Alter von 16 bis 30 Jahren. Die Datenerhebung erfolgte zwischen dem 8. Oktober und dem 3. November 2025. Die Teilnehmenden wurden über Online-Panels und eine zusätzliche Opt-in-Rekrutierung angesprochen.

Die Studie knüpft an die langjährige Reihe des früheren CS Jugendbarometers an und ermöglicht damit auch eine Einordnung der aktuellen Ergebnisse im Zeitverlauf.

 

  • Weitere spannende Resultate finden Sie im Bericht.

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Corina Schena

Corina Schena

Projektleiterin


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