KI im Kanton Zürich: Mehrheit sieht den Wandel kommen

23.09.2026 | im Auftrag des Amts für Wirtschaft, Standortförderung des Kantons Zürich

Künstliche Intelligenz ist im Alltag vieler Zürcher:innen bereits angekommen. Gleichzeitig erwartet eine deutliche Mehrheit tiefgreifende Veränderungen durch KI und verbindet deren breiten Einsatz mit klaren Bedingungen: Risiken sollen geklärt sein, Menschen die letzte Entscheidung behalten und Grundrechte geschützt werden.

KI ist im Alltag angekommen, die Zuversicht bleibt verhalten

Sechs von zehn Einwohner:innen des Kantons Zürich ab 16 Jahren beschreiben ihre Haltung gegenüber KI als pragmatisch: Sie sehen die Technologie als nützlich, wollen aber vorsichtig mit ihr umgehen. Weitere 11 Prozent sind neugierig und möchten KI stärker nutzen. Ein Viertel steht der Technologie skeptisch gegenüber oder lehnt sie in den meisten Bereichen ab. Gleichzeitig ist die Nutzung bereits verbreitet. Rund die Hälfte (52%) verwendet Anwendungen wie ChatGPT, Copilot, Claude, Gemini oder DeepL mindestens wöchentlich. Diese Verbreitung führt jedoch nicht automatisch zu hohen persönlichen Erwartungen. 36 Prozent gehen davon aus, dass KI ihr eigenes Leben verbessern wird. Die grösste Gruppe von 40 Prozent erwartet weder eine Verbesserung noch eine Verschlechterung. 18 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.

Der Wandel wird erwartet, aber nicht bedingungslos

81 Prozent der Befragten erwarten, dass KI die meisten Berufsbilder und Arbeitsaufgaben grundlegend verändern wird. Die Erwartung eines tiefgreifenden Wandels geht jedoch mit einem ausgeprägten Bedürfnis nach Kontrolle einher. 87 Prozent finden, neue KI-Anwendungen sollten erst dann breit eingesetzt werden, wenn deren Risiken weitgehend bekannt sind. 85 Prozent sind der Ansicht, dass Menschen auch dann die letzte Entscheidung treffen sollten, wenn KI nachweislich bessere Ergebnisse erzielt. Noch breiter ist der Konsens beim Schutz von Grundrechten und ethischen Prinzipien. 94 Prozent halten den Schutz von Grundrechten und ethischen Prinzipien beim Einsatz von KI für sehr oder eher wichtig. Auch bei der persönlichen Priorisierung stehen Verantwortung und menschliche Kontrolle sowie Sicherheit und Cybersicherheit weit oben.

Sorge um die eigene Urteilsfähigkeit

Unter den Einwohner:innen ab 16 Jahren im Kanton Zürich zeigt sich insbesondere mit Blick auf die Meinungsbildung eine ausgeprägte Sorge. 90 Prozent stimmen der Aussage zu, dass es mit KI schwieriger wird, sich anhand von Bildern, Videos und Stimmen eine verlässliche Meinung zu bilden. Dazu passt die Beurteilung verschiedener Einsatzfelder. Bei Medien und Information sehen 58 Prozent mehr Risiken als Chancen. Nur 8 Prozent beurteilen die Chancen als überwiegend. Damit fällt die Einschätzung in diesem Bereich deutlich kritischer aus als in den übrigen untersuchten Anwendungsfeldern.

Je nach Einsatzbereich überwiegen auch die Chancen

Ein anderes Bild zeigt sich dort, wo der konkrete Nutzen von KI unmittelbar sichtbar wird. Besonders positiv wird der Einsatz in Gesundheit und Medizin beurteilt: 41 Prozent sehen hier mehr Chancen als Risiken, während 16 Prozent mehr Risiken wahrnehmen. Auch bei Verkehr und Mobilität überwiegen die Chancen mit 36 gegenüber 17 Prozent. In den übrigen untersuchten Bereichen fällt die Einschätzung zurückhaltender oder kritischer aus. Insgesamt zeigt sich damit, dass die Bewertung von KI stark vom jeweiligen Anwendungsbereich abhängt.

So wurde untersucht

Im Auftrag des Amts für Wirtschaft, Standortförderung des Kantons Zürich befragte gfs.bern vom 20. Juli bis 16. August 2026 insgesamt 1’014 Einwohner:innen ab 16 Jahren des Kantons Zürich. Die Erhebung erfolgte im Mixed-Mode-Verfahren: über die Online-Panels «Polittrends» und Bilendi sowie ergänzend telefonisch mittels Random Digit Dialing. Die Daten wurden nach RDD, Alter und Geschlecht, Siedlungsart, Bildung, Partei sowie dem Abstimmungsverhalten zur E-ID gewichtet. Der ausgewiesene Stichprobenfehler beträgt bei einer Verteilung von 50 zu 50 und einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent ±3,1 Prozentpunkte.

 


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Ina Gutjahr

Junior Projektleiterin


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