2. SRG-Trendumfrage zur eidg. Abstimmung vom 8. März 2026
Stimmbeteiligung 48% | Mehrheiten für Bargeld-Initiative und Gegenentwurf, nur noch knappe Mehrheit für Individualbesteuerung, Mehrheiten gegen SRG-Initiative und die Klimafonds-Initiative
Wäre bereits am 14. Februar 2026 abgestimmt worden, wären sowohl die Bargeld-Initiative als auch der dazugehörige Gegenentwurf angenommen worden. In der Stichfrage hätte sich eine Mehrheit der Teilnahmewilligen für den Gegenentwurf ausgesprochen. Die SRG-Initiative sowie auch die Klimafonds-Initiative wären abgelehnt worden, während das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung knapp angenommen worden wäre.
Trend Stimmabsichten Abstimmung 8. März 2026
Der Stand der Meinungsbildung bleibt unterschiedlich fortgeschritten. Am fortgeschrittensten ist sie bei der SRG-Initiative: 85 Prozent der Teilnahmewilligen geben eine feste Stimmabsicht für oder gegen die Vorlage an. Über zwei Drittel äussern auch bei der Bargeld-Initiative, der Klimafonds-Initiative sowie beim Bundesgesetz über die Individualbesteuerung bereits gefestigte Haltungen. Deutlich weniger fortgeschritten ist die Meinungsbildung hingegen beim Gegenentwurf zur Bargeld-Initiative, wo erst 55 Prozent der Teilnahmewilligen eine feste Meinung dafür oder dagegen äussern.
Die Stimmbeteiligung liegt mit 48 Prozent bislang nahe am langjährigen Durchschnitt (47.1% zwischen 2011 und 2024 gemäss BFS).
Bargeld-Initiative und Gegenentwurf: Gegenwärtige Stimmabsichten im Ja, Meinungsbildung bleibt vergleichsweise offen
Die Bargeld-Initiative bleibt mehrheitlich im Ja, verliert jedoch an Unterstützung. Der direkte Gegenentwurf legt zu und wird in der Stichfrage klar bevorzugt.
61 Prozent der teilnahmewilligen Stimmberechtigten würden die Bargeld-Initiative annehmen (-4 Prozentpunkte), 36 Prozent lehnen sie ab. Der direkte Gegenentwurf erreicht 70 Prozent Zustimmung (+3 Prozentpunkte) und bleibt damit deutlich stärker abgestützt. In der Stichfrage entscheiden sich 54 Prozent für den Gegenentwurf und 41 Prozent für die Initiative.
Die Meinungsbildung zur Initiative ist weiterhin vergleichsweise offen, während sich die Positionen zum Gegenentwurf stärker gefestigt haben. Parteipolitisch bleibt die SVP klar im Ja-Lager, ausserhalb davon konsolidiert sich zunehmend das Nein. Auch bei älteren Stimmberechtigten und im urbanen Raum zeigt sich ein Rückgang der Zustimmung zur Initiative.
Inhaltlich stützt sich das Ja zur Initiative vor allem auf das Argument der persönlichen Freiheit. Gleichzeitig gewinnen Einwände an Gewicht, wonach die Initiative rechtlich unpräzise sei und der Gegenentwurf das Bargeld ausreichend schütze. Insgesamt deutet sich eine leichte Verschiebung zugunsten des Gegenentwurfs an.
SRG-Initiative: Gegenwärtige Stimmabsichten bei fortgeschrittener Meinungsbildung im Nein
Die SRG-Initiative würde derzeit knapp abgelehnt. Trotz Nein-Mehrheit rechnen viele Stimmberechtigte weiterhin mit einer Annahme.
54 Prozent der teilnahmewilligen Stimmberechtigten würden die Initiative ablehnen, 44 Prozent zustimmen, 2 Prozent sind unentschlossen. Gleichzeitig erwarten 54 Prozent am Abstimmungstag eine Annahme; der geschätzte Ja-Anteil liegt bei 50,6 Prozent.
Die Meinungsbildung ist weit fortgeschritten: 85 Prozent äussern eine feste Stimmabsicht. Parteipolitisch zeigt sich eine klare Polarisierung. Während das SVP-Umfeld deutlich zustimmt, lehnen SP, Grüne, GLP und Mitte die Vorlage mehrheitlich ab; auch bei der FDP überwiegt das Nein.
Neben der Parteibindung prägt das Vertrauen in Regierung und Institutionen das Meinungsbild. Regierungskritische Personen unterstützen die Initiative eher, regierungsnahe lehnen sie klar ab.
Inhaltlich bleiben die Pro-Argumente ohne Mehrheit. Deutlich stärker abgestützt sind die Contra-Argumente, insbesondere die Bedeutung der SRG für Information, Solidarität und direkte Demokratie. Insgesamt zeichnet sich bei knapper Ausgangslage ein leichter Vorteil für das Nein-Lager ab.
Klimafonds-Initiative: Gegenwärtige Stimmabsichten im Nein
Die Klimafonds-Initiative würde derzeit klar abgelehnt. Die Ablehnung hat sich gegenüber der ersten Welle weiter leicht verstärkt. 65 Prozent der teilnahmewilligen Stimmberechtigten würden die Initiative ablehnen, 31 Prozent zustimmen, 4 Prozent sind unentschieden. 87 Prozent erwarten am Abstimmungstag ein Nein. Der geschätzte Ja-Anteil liegt bei 39 Prozent.
Die Meinungsbildung ist fortgeschritten: 71 Prozent äussern eine klare Stimmabsicht. Parteipolitisch ist die Vorlage stark auf das links-grüne Lager beschränkt. Bei Grünen und SP findet sie Unterstützung, während GLP, Mitte, FDP und SVP mehrheitlich dagegen sind. Damit fehlt die Anbindung an die politische Mitte.
Auch Geschlecht und Sprachregion strukturieren das Meinungsbild: Frauen und die französischsprachige Schweiz zeigen sich etwas offener, insgesamt überwiegt jedoch in allen Gruppen die Ablehnung.
Inhaltlich dominieren finanzpolitische Bedenken. Eine Mehrheit hält die vorgesehenen Investitionen für zu belastend oder erachtet bestehende klimapolitische Instrumente als ausreichend. Die Pro-Argumente – etwa zur Beschleunigung des Klimaschutzes – überzeugen vor allem im Kernlager, reichen aber nicht für eine Mehrheit. Insgesamt spricht die aktuelle Dynamik deutlich für eine Ablehnung der Initiative.
Individualbesteuerung: Gegenwärtige Stimmabsichten knapp im Ja bei deutlichem Nein-Trend
Die Individualbesteuerung wäre derzeit knapp angenommen worden. Gleichzeitig ist die Zustimmung innert kurzer Zeit deutlich zurückgegangen. 52 Prozent der teilnahmewilligen Stimmberechtigten würden der Vorlage zustimmen, 44 Prozent lehnen sie ab, 4 Prozent sind unentschlossen. Gegenüber der ersten Welle ist der Ja-Anteil um 12 Prozentpunkte gesunken. Dennoch erwarten 73 Prozent eine Annahme an der Urne. Der geschätzte Ja-Anteil liegt bei 54 Prozent.
Die Meinungsbildung ist mittel fortgeschritten: 68 Prozent äussern eine gefestigte Haltung. Parteipolitisch hat sich das Konfliktmuster zugespitzt. SVP und Mitte verzeichnen deutliche Verschiebungen ins Nein, während SP und Grüne mehrheitlich zustimmen. Auch das Regierungsvertrauen wirkt strukturierend: Bei regierungskritischen Personen kippt die Mehrheit ins Nein.
Inhaltlich bleiben Gleichstellung und Erwerbsanreize die wichtigsten Pro-Argumente. Gleichzeitig gewinnen Einwände an Gewicht, wonach die Reform Mehrbelastungen und zusätzlichen administrativen Aufwand verursache. Insgesamt ist die anfänglich breite Zustimmung einer klareren Lagerbildung gewichen – der Abstimmungsausgang bleibt offen.
Beteiligungsbereitschaft nahe am Durchschnitt
Die Teilnahmeabsicht für den Urnengang vom 8. März 2026 liegt im Durchschnitt. Gleichzeitig zeigen sich deutliche Verschiebungen zwischen Bevölkerungsgruppen.
48 Prozent der Stimmberechtigten geben an, bestimmt teilnehmen zu wollen. Damit liegt die Beteiligungsbereitschaft nahe am langjährigen Durchschnitt von 47,1 Prozent.
Auffällig ist die stärkere Mobilisierung der 18- bis 39-Jährigen (34%; +10 Prozentpunkte), auch wenn sie weiterhin hinter den älteren Gruppen zurückbleiben. Bei den 40- bis 64-Jährigen bleibt die Teilnahme hoch (58%), bei den über 65-Jährigen geht sie leicht zurück (56%). Frauen weisen neu eine höhere Teilnahmeabsicht auf (59%; +12 Prozentpunkte), während sie bei Männern sinkt (40%).
Politisch sind GLP-, SP- und Grünen-nahe Stimmberechtigte besonders stark mobilisiert. Bei SVP- und Mitte-nahen Personen nimmt die sichere Teilnahme hingegen ab. Auch das Regierungsvertrauen wirkt deutlich: Im Vertrauenslager steigt die Teilnahmeabsicht stark, im Misstrauenslager geht sie klar zurück.
Räumlich zeigt sich eine Verschiebung zugunsten der Städte. Im urbanen Raum steigt die Teilnahme, im ländlichen Raum sinkt sie deutlich. Insgesamt deutet sich eine durchschnittliche Beteiligung an, mit klar unterschiedlichen Mobilisierungsmustern zwischen politischen und gesellschaftlichen Gruppen.
So wurde untersucht
Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage im Rahmen der SRG-Trendumfragen. Erhebungszeitraum: 11.-19. Februar 2026. Befragt wurden 11 754 stimmberechtigte Personen in der ganzen Schweiz.
Methode: Mixed-Mode (CATI, Online, Boomerang).
Alle Angaben gelten bei einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent mit einem Unsicherheitsbereich von ±2,8 Prozentpunkten.
Zum Bericht
Im hier verlinkten Cockpit finden Sie zusätzlich zu den detaillierten Resultaten Hintergrundinformationen zu den Vorlagen, zur Theorie und zur Methode der SRG-Trendumfrage.