1. SRG-Trendumfrage zur eidg. Abstimmung vom 8. März 2026

30.01.2026 | Martina Mousson, GFS Bern

Stimmbeteiligung 47% | Mehrheiten für Bargeld-Initiative und Gegenentwurf sowie Individualbesteuerung, Pattsituation bei der SRG-Initiative und Mehrheit gegen die Klimafonds-Initiative

Wäre bereits am 18. Januar 2026 abgestimmt worden, wären sowohl die Bargeld-Initiative als auch der dazugehörige Gegenentwurf angenommen worden. In der Stichfrage hätte sich eine Mehrheit der Teilnahmewilligen für den Gegenentwurf ausgesprochen. Bei der SRG-Initiative hätte sich eine Pattsituation ergeben. Die Klimafonds-Initiative wäre abgelehnt worden, während das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung angenommen worden wäre.

Die Stimmbeteiligung liegt mit 47 Prozent bislang nahe am langjährigen Durchschnitt (47.1% zwischen 2011 und 2024 gemäss BFS).

Diese Befunde stellen eine Momentaufnahme zu Beginn der Hauptkampagnenphase dar und sind nicht als Prognose zu verstehen.

Stimmabsichten Abstimmung 8. März 2026

Bargeld-Initiative und Gegenentwurf: Breite Zustimmung bei geringer Festigkeit

Die Bargeld-Initiative startet mit einem deutlichen Ja-Überhang in die Hauptkampagnenphase. Gleichzeitig ist die Meinungsbildung noch wenig gefestigt. Insbesondere beim direkten Gegenentwurf sind viele Teilnahmewillige erst tendenziell positioniert. Inhaltlich geniesst Bargeld als Symbol für persönliche Freiheit und Selbstbestimmung breite Unterstützung. Kontroverser beurteilt werden hingegen der verfassungsrechtliche Weg sowie institutionelle Fragen zur Zuständigkeit. Der Gegenentwurf wirkt konsensualer und weist abgeschwächte Konfliktlinien auf. Entsprechend zeigt sich in der Stichfrage eine Präferenz zugunsten des Gegenentwurfs.

SRG-Initiative: Polarisierung bei fortgeschrittener Meinungsbildung

Bei der SRG-Initiative ist die Meinungsbildung bereits vergleichsweise weit fortgeschritten. Eine klare Links-Rechts-Spaltung strukturiert das frühe Meinungsbild. Während SVP-nahe und regierungskritische Stimmberechtigte die Initiative unterstützen, formiert sich der Widerstand insbesondere im links-grünen Lager sowie bei Personen mit hohem Regierungsvertrauen. Argumentativ überwiegen die Contra-Positionen, vor allem mit Blick auf die Rolle der SRG für Information und direkte Demokratie. Gleichzeitig entfalten zentrale Pro-Argumente wie die finanzielle Entlastung der Haushalte nachweislich Wirkung. Das knappe Mehrheitsverhältnis deutet auf eine hohe Bedeutung von Mobilisierungseffekten hin.

Klimafonds-Initiative: Klare Ablehnung dominiert

Die Klimafonds-Initiative startet mit einem deutlichen Nein-Vorsprung in die Hauptkampagnenphase. Die Gegnerschaft verfügt früh über mehrheitsfähige Argumente, insbesondere hinsichtlich der Belastung des Bundeshaushalts, der Rolle des Staates und der Einschätzung, dass bestehende klimapolitische Instrumente ausreichen. Unterstützung findet die Initiative vor allem im links-grünen Lager sowie bei jüngeren und weiblichen Stimmberechtigten. Insgesamt ist die Ausgangslage jedoch klar defensiv, und die Erwartung einer Ablehnung an der Urne ist breit verankert.

Individualbesteuerung: Breite Zustimmung bei offenem Kampagnenverlauf

Das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung weist in der frühen Phase eine breite Zustimmung auf. Mehrheitlich befürworten nahezu alle Bevölkerungsgruppen die Vorlage. Besonders ausgeprägt ist die Zustimmung bei Frauen und im links-grünen Lager. Prägend für das positive Meinungsbild sind Argumente zur Abschaffung der Heiratsstrafe, zu Erwerbsanreizen und zur finanziellen Unabhängigkeit. Gleichzeitig ist die Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen, was Raum für Kampagneneffekte lässt.

Beteiligungsbereitschaft nahe am Durchschnitt

Die bisher gemessene Teilnahmeabsicht liegt mit 47 Prozent nahe am langjährigen Durchschnitt. Überdurchschnittlich mobilisiert sind ältere Stimmberechtigte, Personen mit höherem sozioökonomischem Status sowie regierungskritische Kreise. Mit fortschreitendem Abstimmungskampf dürfte die Beteiligung weiter ansteigen und die Zusammensetzung des Stimmkörpers sich noch verändern.

So wurde untersucht Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage im Rahmen der SRG-Trendumfragen. Erhebungszeitraum: 12.-26. Januar 2026. Befragt wurden stimmberechtigte Personen in der ganzen Schweiz. Stichprobengrösse: 15 371. Methode: Mixed-Mode (CATI, Online, Boomerang). Alle Angaben gelten bei einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent mit einem Unsicherheitsbereich von ±2,8 Prozentpunkten.

Im hier verlinkten Cockpit finden Sie zusätzlich zu den detaillierten Resultaten Hintergrundinformationen zu den Vorlagen, zur Theorie und zur Methode der SRG-Trendumfrage.


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Martina Mousson

Martina Mousson

Projektleiterin


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