1. SRG-Trendumfrage zur eidg. Abstimmung vom 28. September 2025

22.08.2025 | Martina Mousson, GFS Bern

Stimmbeteiligung 41% | Mehrheiten für Liegenschaftssteuern auf Zweitliegenschaften und E-ID

Wäre bereits am 10. August 2025 abgestimmt worden, hätten Mehrheiten für die beiden Vorlagen der eidgenössischen Abstimmung vom 28. September 2025 gestimmt. Die Stimmbeteiligung liegt mit 41% unter dem langjährigen Durchschnitt (47% zwischen 2011 und 2023 gemäss BFS).

Stimmabsichten Abstimmung vom 28. September 2025

Die Vorlage zu den kantonalen Liegenschaftssteuern auf Zweitliegenschaften startet mit Rückenwind, doch die Meinungsbildung ist noch wenig gefestigt. Eigentümer:innen, ältere Menschen und die Deutschschweiz tendieren klarer zum Ja, während Mieter:innen, urbane Regionen und Linksparteien skeptischer sind. Im Vordergrund steht das Pro-Argument der ungerechten Besteuerung eines ‘fiktiven Einkommens’, während die Gegenseite vor allem die Benachteiligung von Mieter:innen betont. Insgesamt dominiert die Pro-Seite in der Argumentenwirkung, während die Gegenseite bisher nur eingeschränkt überzeugen kann. Die Ausgangslage zeigt ein positives, aber fragiles Bild: In frühen Befragungen würde eine Mehrheit für die Vorlage stimmen. Gleichzeitig sind die Stimmabsichten wenig gefestigt und viele noch unentschlossen. Das deutet auf Spielraum für den Abstimmungskampf hin.

Die Neuauflage des E-ID-Gesetzes startet mit stabiler Mehrheit. Die Konfliktlinien verlaufen vor allem entlang von Parteibindungen und dem Vertrauen in Institutionen. Befürwortet wird die Vorlage von GLP, Mitte, FDP, SP sowie mehrheitlich auch von den Grünen und Parteiungebundenen. Die SVP-Basis lehnt klar ab. Darüber hinaus zeigen sich Unterschiede nach Einkommen und Bildung: Höhere Einkommen und höhere Bildung gehen mit Zustimmung einher, tiefere mit Skepsis. Eine staatliche Lösung statt Abhängigkeit von Tech-Konzernen überzeugt klar, ebenso Freiwilligkeit und kostenlose Nutzung. Der Nutzen für die Digitalisierung wird anerkannt, aber kritischer gesehen. Befürchtet wird vor allem die Benachteiligung weniger digital-affiner Gruppen, zudem Missbrauch und Überwachung.

Im hier verlinkten Cockpit finden Sie zusätzlich zu den detaillierten Resultaten Hintergrundinformationen zu den Vorlagen, zur Theorie und zur Methode der SRG-Trendumfrage.


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Martina Mousson

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