Bevölkerung der Region Basel zeigt hohe Unterstützung für die Wirtschaft beider Basel

11.08.2026 | Sophie Schäfer, GFS Bern

Die Bevölkerung in Basel-Stadt und Basel-Landschaft beurteilt die Wirtschaft mehrheitlich positiv. Unternehmen gelten als zentrale Pfeiler für Beschäftigung, Wohlstand und die Attraktivität des Standorts. Gleichzeitig werden die Herausforderungen des Wirtschaftswachstums, insbesondere bei Verkehr und Wohnraum, klar benannt.

Breite Zustimmung zur regionalen Wirtschaft

Die Wirtschaft geniesst in der Region Basel ein hohes Vertrauen. Zwei Drittel der Bevölkerung beurteilen die Wirtschaft in Basel-Stadt und Basel-Landschaft positiv, die Schweizer Wirtschaft wird sogar von 71 Prozent positiv eingeschätzt. Besonders deutlich fällt die Zustimmung zur Rolle der Unternehmen aus: Rund neun von zehn Befragten sehen sie als zentralen Pfeiler für Beschäftigung, Wohlstand, Ausbildung, Innovation und die Attraktivität des Standorts.

Die Ergebnisse zeigen jedoch auch Unterschiede innerhalb der Bevölkerung. Frauen sowie jüngere Erwachsene beurteilen die Wirtschaft etwas kritischer als Männer und ältere Personen. Ebenso unterscheiden sich die Einschätzungen entlang politischer Präferenzen, wobei die grundsätzliche Bedeutung der Wirtschaft über alle politischen Lager hinweg anerkannt wird.

KMU und Grossunternehmen werden als gemeinsames Erfolgsmodell gesehen

Die Bevölkerung misst sowohl kleinen und mittleren Unternehmen als auch grossen Unternehmen eine hohe Bedeutung für die wirtschaftliche Stärke der Region bei. Grossunternehmen werden insbesondere mit Arbeitsplätzen, Steuereinnahmen und wirtschaftlicher Dynamik verbunden. Gleichzeitig wird die enge Zusammenarbeit zwischen Grossunternehmen und KMU deutlich wahrgenommen. Viele sehen KMU als wichtige Zulieferer und Partner grosser Unternehmen.

Neben dieser breiten Anerkennung bestehen auch kritische Vorbehalte. Eine Mehrheit ist der Ansicht, dass Grossunternehmen ihre Gewinne teilweise auf Kosten der Allgemeinheit maximieren. Die Ergebnisse zeichnen damit ein differenziertes Bild: Wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung werden gemeinsam beurteilt.

Wirtschaftswachstum wird unterstützt – mit klar benannten Grenzen

Das Wirtschaftswachstum wird von 78 Prozent der Bevölkerung grundsätzlich positiv bewertet. Es wird mit gesellschaftlichem Wohlstand, kulturellen Angeboten, internationaler Offenheit und der wirtschaftlichen Stärke der Region in Verbindung gebracht.

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass Wachstum nicht ausschliesslich positiv wahrgenommen wird. Besonders häufig werden die Belastung der Verkehrsinfrastruktur sowie steigende Wohnkosten als Folgen des Wachstums genannt. 44 Prozent der Befragten sind zudem der Meinung, das Wirtschaftswachstum habe zwar Vorteile gebracht, inzwischen aber ein Limit erreicht.

Beschäftigung und Wohlstand prägen das Vertrauen in die Wirtschaft

Die Wirkungsanalyse zeigt, welche Faktoren besonders stark mit einer positiven Wahrnehmung der Wirtschaft zusammenhängen. Entscheidend ist vor allem die Überzeugung, dass Unternehmen Beschäftigung und Wohlstand schaffen. Ebenfalls positiv wirkt die Wahrnehmung, dass Unternehmen sich für Umwelt- und Klimaschutz engagieren. Eine kritischere Haltung entsteht hingegen insbesondere dort, wo das Wirtschaftswachstum als ausgereizt wahrgenommen wird.

Technische Details

gfs.bern führte im Auftrag der Handelskammer beider Basel zwischen dem 2. und 27. Februar 2026 eine repräsentative Mixed-Mode-Befragung unter 1’000 Stimmberechtigten aus den Kantonen Basel-Stadt (482 Personen) und Basel-Landschaft (518 Personen) durch. Die Datenerhebung erfolgte mittels computerunterstützten Telefoninterviews (CATI) sowie über das gfs.bern-Onlinepanel «Polittrends» und das Panel von Bilendi. Die Daten wurden mittels Dual-Frame-Verfahren sowie nach Alter und Geschlecht, Siedlungsart und Parteiaffinität gewichtet. Der Stichprobenfehler beträgt bei einer 50/50-Verteilung ±3,1 Prozentpunkte.

Weiterführende Informationen zur Studie finden sich im vollständigen Studienbericht.


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Sophie Schäfer | Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Sophie Schäfer

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