Schweizer Ärzteschaft: Corona verursacht weiterhin eine zusätzliche Arbeitsbelastung | GFS Bern

Schweizer Ärzteschaft: Corona verursacht weiterhin eine zusätzliche Arbeitsbelastung

01.11.2021 | Tatjana Grez

Repräsentative Befragung der Ärzteschaft im Auftrag der FMH

 

Die Arbeitsbelastung ist für die Ärzteschaft während der Pandemie weiter angestiegen. In der Akutsomatik gibt über ein Drittel (37%, +14 ppt) an, die Arbeitsbelastung sei seit der letzten Befragung und durch die Pandemie nochmals stark angestiegen. Dafür wurden der Arbeitsschutz und die Arbeitssicherheit während der Pandemie von der grossen Mehrheit als genügend eingestuft. Die Mehrheit der jeweiligen Arztgruppen bewertet zudem die Versorgungsqualität während der zweiten und dritten Welle als sehr/eher gut.

Mehr Dokumentationsaufwand für die Ärzteschaft

2011 wurde die Ärzteschaft zum ersten Mal darum gebeten, den Zeitaufwand für Dokumentationsarbeit respektive das Führen des Patientendossiers anzugeben. Der Vergleich mit den Resultaten 2021 zeigt, dass seit Befragungsbeginn der Aufwand bei der Ärzteschaft der Rehabilitation um 21 Minuten anstieg, bei den Psychiaterinnen und Psychiatern um 24 Minuten und in der Akutsomatik sogar um 36 Minuten.

Mehr Einfluss von Krankenkassen und der Verwaltung

Der Einfluss auf die Behandlungsentscheidungen ist nach wie vor am stärksten bei den Patientinnen und Patienten sowie den vorgesetzten Ärztinnen und Ärzten. Seit 2016 ist jedoch in der Akutsomatik und in der Psychiatrie ein vergrösserter Einfluss der Krankenkassen sowie der Verwaltung feststellbar. Der Anteil „meist richtiger“ Entlassungszeitpunkte verkleinert sich gemäss Ärzteschaft der Akutsomatik und Psychiatrie im Vergleich zur letzten Befragung.

Über die Studie

Im Auftrag der FMH führt gfs.bern seit 2011 eine repräsentative Befragung bei der Spitalärzteschaft im akutsomatischen Bereich, in der Rehabilitation und Psychiatrie sowie bei praxisambulant tätigen Ärztinnen und Ärzten durch. Bei der diesjährigen Befragung haben insgesamt 1’603 Schweizer Ärztinnen und Ärzte teilgenommen. Darunter wurden 1’053 akutsomatische Spitalärztinnen und -ärzte, 117 in psychiatrischen Kliniken tätige Ärztinnen und Ärzte sowie 64 Ärztinnen und Ärzte, welche in Rehabilitationskliniken tätig sind, befragt. Hinzu kommen 369 praxisambulante Ärztinnen und Ärzte. Die Befragung fand vom 11. Juni bis 16. Juli 2021 statt.

Weitere Resultate zum ärztlichen Arbeitsumfeld können Sie hier nachlesen.