Jagdgesetz: Emotionale Wolf-Frage polarisierte, Gegnerschaft überzeugt letztlich mehr

27.09.2020 | Martina Mousson

Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent sprechen sich gegen das neue Jagdgesetz aus. Die Gegner*innen konnten mit starker Präsenz, vor allem in den letzten Wochen vor der Abstimmung, das gegnerische Lager mobilisieren. Das «grüne» Element konnte bei dieser Vorlage die gegnerische Seite besser nutzen, obwohl sowohl Befürworter*innen als auch Gegner*innen bezüglich Wolfsregulierung mit Tierschutz argumentierten.

Die Präsenz des Klima-und Naturschutzes kam bei dieser Vorlage letzten Endes den Gegner*innen zu Gute, die den ungenügenden Schutz gewisser Tierarten kritisierten. Das Nein-Lager konnte über die links-grünen Reihen hinaus überzeugen, was der Vorlage zum Erfolg verhalf. Zudem dürfte die starke Mobilisierung in urbanen Gebieten den Gegner*innen des Jagdgesetzes geholfen haben.

Die bei der ersten von gfs.bern im Auftrag der SRG durchgeführten Trendumfrage sprach sich noch eine knappe Mehrheit für das Jagdgesetz aus. Im letzten Monat hat sich die Meinungsbildung jedoch in Richtung eines knappen Neins entwickelt, was sich nun an der Urne bestätigt hat.

Die Vorlage ist somit nicht dem typischen Verlauf einer Behördenvorlage gefolgt, bei der sich im Normallfall das Ja-Lager halten oder gar aufbauen kann. Unterm Strich hat die Kombination aus Tier-und Umweltschutz mit einer gelungenen, starken Mobilisierung dazu beigetragen, dass die Gegner*innen an der Urne erfolgreich waren.