Breite gesellschaftlicher Konsens führt den Vaterschaftsurlaub zum Erfolg

27.09.2020 | Valentina Rötheli

Laut der Hochrechnung im Auftrag der SRG SSR sprechen sich die Stimmbürger*innen mit 60 Prozent deutlich für einen Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen aus. Die breite und frühe Unterstützung der Vorlage, die sich bereits in den SRG-Trendumfragen zeigte, spiegelt den Problemdruck aber auch den Konsens in dieser Frage. Die Schweiz steht punkto familienpolitischer Modernisierung im Vergleich zu ihren Nachbarstaaten eher hinten an. Das war ein wichtiges Argument für das Ja.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein seit langem präsentes und brisantes Thema in Politik und Gesellschaft. Eine klare Mehrheit der Schweizer*innen unterstützt das Anliegen, dass Väter sich nach der Geburt ihres Kindes einbringen können sollen. Zwar wurde die Vorlage von einigen Parlamentarier*innen als überholt bezeichnet. Sie hätten sich eine ausgedehntere Elternzeit gewünscht. Schlussendlich hat jedoch die Meinung im Stimmvolk überwogen, dass die Einführung eines zweiwöchigen Urlaubs zu begrüssen ist.

Nebst einigen ablehnenden Bevölkerungsgruppen, wie etwa regierungskritischen Kreisen, herrschte gemäss den Vorumfragen breiter gesellschaftlicher Konsens zur Notwendigkeit eines Vaterschaftsurlaubs. So lag bereits bei der ersten SRG-Trendumfrage die Zustimmung bei über 60 Prozent. Die Meinungsbildung folgte dem typischen Verlauf bei Behördenvorlagen. Weil die Zustimmung zur Vorlage jedoch bereits früh sehr hoch ausfiel, konnte sie kaum mehr merklich gesteigert werden. Die Frage des Vaterschaftsurlaubes war im Grunde schon vor dem Einsetzen des Abstimmungskampfes entschieden. So hat sich das erwartete Ja heute an der Urne deutlich bestätigt.