1. SRG-Trendumfrage zur eidg. Abstimmung von 27. September 2026

21.08.2026 | im Auftrag der SRG SSR

Stimmbeteiligung 44 Prozent | Neutralitätsinitiative mit klarem Nein-Vorsprung, Ernährungsinitiative im Patt.

Wäre bereits am 9. August 2026 abgestimmt worden, wäre die Neutralitätsinitiative abgelehnt worden. Bei der Ernährungsinitiative hätte hingegen eine Pattsituation bestanden.

Die Meinungsbildung zu den beiden Vorlagen ist in dieser frühen Phase des Abstimmungskampfs unterschiedlich weit fortgeschritten. Bei der Neutralitätsinitiative präsentiert sie sich vergleichsweise gefestigt: 73 Prozent der Teilnahmewilligen geben eine feste Stimmabsicht für oder gegen die Vorlage an. Weniger weit fortgeschritten ist die Meinungsbildung bei der Ernährungsinitiative. Hier äussern erst 60 Prozent eine feste Meinung dafür oder dagegen. Auch die argumentative Untermauerung der Stimmentscheide ist bei der Neutralitätsinitiative bereits klar erkennbar. Bei der Ernährungsinitiative bleibt sie dagegen weniger ausgeprägt.

Die Stimmbeteiligung liegt mit 44 Prozent derzeit unter dem langjährigen Durchschnitt von 47,4 Prozent.

Diese Befunde stellen eine Momentaufnahme rund sieben Wochen vor dem Abstimmungstag dar und sind nicht als Prognose zu verstehen.

Neutralitätsinitiative 

Die Neutralitätsinitiative startet mit einem klaren Vorsprung der Gegnerschaft in den Hauptabstimmungskampf. 54 Prozent der teilnahmewilligen Stimmberechtigten würden aktuell bestimmt oder eher Nein stimmen, 42 Prozent bestimmt oder eher Ja. Die Meinungsbildung ist bereits weit fortgeschritten und folgt vor allem parteipolitischen Konfliktlinien sowie dem Vertrauen in die Regierung. Auch argumentativ verfügt die Nein-Seite über die breitere Basis. Im Zentrum stehen zwei unterschiedliche Vorstellungen von Neutralität: eine dauerhaft in der Verfassung verankerte Neutralität und eine flexible Neutralitätspolitik, die internationale Zusammenarbeit und Sanktionen weiterhin zulässt.

 

Ernährungsinitiative

Die Ernährungsinitiative startet mit einer offenen Ausgangslage: 47 Prozent würden aktuell bestimmt oder eher zustimmen, 49 Prozent bestimmt oder eher ablehnen. Unter Berücksichtigung des Stichprobenfehlers entspricht dies einer Pattsituation. Die Grundanliegen der Initiative finden mehrheitlich Zustimmung. Gleichzeitig überzeugen auch zentrale Einwände gegen die konkrete Umsetzung. Die Meinungsbildung ist mit 60 Prozent festen Stimmabsichten noch weniger weit fortgeschritten. Für den weiteren Verlauf bleibt die Ausgangslage für die Initiative anspruchsvoll, da Volksinitiativen im Verlauf des Abstimmungskampfs häufig an Zustimmung verlieren.

 

Bisher unterdurchschnittliche Beteiligung

Die Teilnahmeabsicht für die Abstimmung vom 27. September 2026 liegt aktuell bei 44 Prozent und damit unter dem langjährigen Durchschnitt von 47,4 Prozent. Besonders hoch ist die Beteiligungsbereitschaft bei älteren Stimmberechtigten sowie bei Sympathisierenden der Grünen und der FDP. Vergleichsweise tief fällt sie bei den Anhängerschaften von SVP und GLP aus. Mit näher rückendem Abstimmungssonntag dürfte die Mobilisierung noch zunehmen.

 

So wurde untersucht

Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage im Rahmen der SRG-Trendumfragen. Erhebungszeitraum: 3. bis16. August 2026. Befragt wurden stimmberechtigte Personen in der ganzen Schweiz. Stichprobengrösse: 17’212 Personen. Methode: Mixed-Mode (CATI, Online, Boomerang). Alle Angaben gelten bei einem Konfidenzniveau von 95 Prozent mit einem Unsicherheitsbereich von ±2,8 Prozentpunkten.

Im Cockpit finden Sie zusätzlich die detaillierten Resultate, Hintergrundinformationen zu den Vorlagen sowie Informationen zur Theorie und zur Methode der SRG Trendumfragen.


Sie haben Fragen zu diesem Beitrag? kontaktieren Sie unsere Expertin oder unseren Experten zu Hintergründen, Einordnungen sowie den eingesetzten Methoden und Modellen.

Agnese Zucca

Projektleiterin


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