Anmelden
DE  Ι  FR  Ι  EN
Publikationen
Swiss eHealth Barometer 2016: Datenschutz als Schlüssel zum Erfolg

eHealth ist ein zunehmend selbstverständlicher Bestandteil des Schweizer Gesundheitswesens. Ein Selbstläufer ist die Umsetzung aber noch nicht.

Swiss eHealth Barometer 2016: Datenschutz als Schlüssel zum Erfolg

Seit 2009 wird im Rahmen der InfoSocietyDays das Swiss eHealth Barometer erstellt. Dabei wird dem aktuellen Stand und der Entwicklung von eHealth in der Schweiz auf den Grund gegangen. Befragt werden dafür Ärztinnen und Ärzte, IT-Verantwortliche in Spitälern, Apotheker und Apothekerinnen, Verantwortliche von Alters- und Pflegeheimen, eHealth-Verantwortliche in Kantonen, IT-Verantwortliche in Kantonalverbänden von Curaviva und Angestellte von NPO-Spitex-Basisorganisationen. 2013 kam zusätzlich zur Befragung der Gesundheitsakteure eine Erhebung bei Schweizer Stimmberechtigten hinzu.

 

Zentrale Ergebnisse sind die Folgenden:

 

  • eHealth - Wandel vom abstrakten Begriff hin zu konkreten Gestaltungsmöglichkeiten: Das Bild von Akten in Form vergilbter Hängeregister im Wandschrank oder nicht leserlichen Krankengeschichten existiert inzwischen kaum mehr. Heute gibt eine Mehrheit der Befragten an, sich sehr oder eher für eHealth zu interessieren (mind. 62%) und klare Mehrheiten in allen Gruppen von Gesundheitsfachpersonen würden eine Weiterbildung in diesem Bereich ausdrücklich begrüssen. Die Beteiligung einzelner Institutionen an regionalen, kantonalen zur Umsetzung von eHealth in der Schweiz nimmt zu – insbesondere in den Reihen der IT-Verantwortlichen.

 

  • Bevölkerung und Fachpersonen immer interessierter am Potential der Digitalisierung: Die Kenntnisse der Stimmberechtigen zu einzelnen elektronischen Angeboten wie Fitness-Apps oder elektronischen Organspendekarten sind im Vergleich zum Januar 2015 deutlich gestiegen. Während solche Angebote aktuell effektiv erst von einer kleinen Gruppe genutzt werden, ist deren bestehendes Nutzungspotential sehr viel höher. Konkret: eine Mehrheit der Personen, die ein elektronisches Angebot kennen, kann sich vorstellen, dieses auch selbst zu nutzen.

 

  • Elektronisches Patientendossier: Am 19. Juni 2015 verabschiedete das Parlament das Bundesgesetz zur Einführung des elektronischen Patientendossiers. Eine Mehrheit der Stimmberechtigten, wie auch fast aller Gesundheitsfachpersonen, befürwortet diese Einführung grundsätzlich. Allerdings haben Vorbehalte dagegen (wenn auch weiterhin auf tiefem Niveau) im letzten Jahr allgemein eher zugenommen. 39 Prozent der Stimmberechtigten würden selbst ein elektronisches Patientendossier eröffnen und verwenden. Weitere 10 Prozent würden dies auf Empfehlung hin tun. Der grösste Teil der Befragten würde am liebsten beim Hausarzt ein Dossier eröffnen.

 

  • Datenschutz: Die Sicherstellung eines vertrauenswürdigen Umgangs mit Gesundheitsdaten ist essenziell für den Erfolg von eHealth in der Schweiz. Man ist auch Seitens der Stimmberechtigten nicht gegen eine Speicherung auch den Austausch von Gesundheitsinformationen per se, aber man ist misstrauischer als auch schon (Anteil eher nicht/überhaupt nicht einverstanden mit Speicherung +11pp). Konkret auf die Verwaltung und das Schweizer Gesundheitswesen angesprochen, geht man jedoch von einem umsichtigen Schutz der eigenen Daten aus.

 

  • Unterschiedliche Dynamik innerhalb der Ärzteschaft: Innerhalb der Ärzteschaft gilt es in Fragen bezüglich eHealth zu differenzieren. Zwischen der Spitalärzteschaft und der Praxisärzteschaft herrschen oftmals grössere Unterschiede. Während eHealth und die verschiedenen Prozesse der Digitalisierung in den Spitälern auf Akzeptanz stösst, erledigt die Praxisärzteschaft zwar zunehmend die Dossierarbeit elektronisch, aber sie zweifelt auch zunehmend am Nutzen des elektronischen Patientendossiers.
Kunde
InfoSocietyDays
Zitierweise
Verwendung unter Quellenangabe gestattet, zitierweise "Auszug aus der Forschungsarbeit von gfs.bern"
Grundgesamtheit
Stimmberechtigte/Ärzte, IT-Verantwortliche in Spitälern, Apotheker, Verantwortliche in Alters- und Pflegeheimen, IT-Verantwortliche in Kantonen, IT-Verantwortliche in Kantonalverbänden von Curaviva, NPO-Spitex-Basisorganisationen
Hauptautor
Co-Autoren
  • Cloé Jans
Team
  • Stephan Tschöpe
  • Johanna Lea Schwab
  • Marcel Hagemann
Facebook
Twitter
Mail

Please login or register to post comments.