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Nein zu Ecopop: Demobilisierung, Rationalisierung und Status-Quo-Orientierung stärkten Nein
Der Nein-Aufbau zwischen erster und zweiter SRG-Trend-Umfrage blieb situativ. Der Ja-Seite gelang keine Supermobilisierung wie bei der Masseneinwanderungs-Initiative. Am Schluss dürften die Argumente gegen die Initiative sowie die Angst vor den Konsequenzen gegenüber dem Problemdruck im Migrationswesen Überhand gewonnen haben. Das klare Nein zum Schluss gegen die Ecopop ist das Resultat einer Rationalisierung über die Schwächen der Initiative.
Nein zu Ecopop: Demobilisierung, Rationalisierung und Status-Quo-Orientierung stärkten Nein

Schliesslich resultierte ein deutliches Nein gegen die Ecopop-Initaitive. Die zweite SRG-Trend-Umfrage zeigte einen klaren Nein-Überhang, jedoch mit zunehmenden Ja, weil sich ein Elite-Basis-Konflikt abzeichnete. Dieses Momentum in Richtung "Zeichen setzen" blieb situativ. Am Schluss dürfte eine Rationalisierung gegen die Initiative eingesetzt haben. Das ist bei Initiativen üblich, wenn es der Gegenkampagne gelingt, die Hauptschwäche der Initiative prominent zu kommunizieren: Trotz hohem Problemdruck im Migrationsbereich erfolgte die Schlussentscheidung nicht anhand der wahrgenommenen Probleme im Migrationsbereich, sondern aufgrund der Risiken eines Jas. Im Vergleich zu Kontingenten ohne Obergrenze dürfte eine starre Quote als zu extrem gedeutet worden sein. Für diese Rationalisierung gibt es am Abstimmungssonntag mehrere Hinweise:

 

  • Die deutlich tiefere Mobilisierung im Vergleich zur Masseneinwanderungs-Initiative. Gerade das rechte Lager dürfte deutlich weniger mobilisiert gewesen sein als noch im Februar 2014.
  • Die Nein-Parole der SVP Schweiz und die klaren Stellungnahmen der SVP-Eliten gegen die Vorlage.
  • Die Mediensituation im bezahlten und redaktionellen Raum, welche die Nein-Position sehr deutlich vermittelte.
  • Die Situation in den sozialen Medien, wo die Nein-Position deutlich Überhand behielt.

 

Die Verläufe der Meinungsbildung bei Initiativen mit hohem Problemdruck - vor allem im Migrationsbereich bei Initiativen von Rechts - zeigen neuartige Muster. Entscheidend für das Verständnis dieser Prozesse dürfte insbesondere das Kampagnen-Verhalten der SVP sein, denn mit ihrer Position strahlen sie weit über das eigene Parteilager hinaus.

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