Anmelden
DE  Ι  FR  Ι  EN
Publikationen
Mobilisierung Jugendlicher für Wahlen: die Kampagnenplanung für easyvote
Zentrale Zielgruppe für die Kampagne easyvote sind potenziell Wählende.  Sie empfinden ein gewisses Pflichtgefühl fürs Stimmen und Wählen, interessieren sich generell fürs Weltgeschehen und konkret für Abstimmungsthemen, die ihren eigenen Alltag berühren. Sie müssen aber verstärkt auch für das Wählen die eigene Betroffenheit erkennen und damit den Sinn erkennen.
Mobilisierung Jugendlicher für Wahlen: die Kampagnenplanung für easyvote

Der Dachverband Schweizer Jugendparlamente (DSJ) hat sich zum Ziel gesetzt, die Beteiligung junger Bürger und Bürgerinnen zu erhöhen. Die Studie von gfs.bern soll dem DSJ helfen, die easyvote-Kampagne effizient und effektiv zu planen.
Die wichtigsten Erkenntnisse als Schlüsse aus der Studie:
◾So wie die Vereine "Schulen der Demokratie" sind, ist das Elternhaus der Ort, an dem das politische Interesse geweckt und folglich auch die Teilnahmebereitschaft gefördert wird.
◾Sofern politisches Interesse vorhanden ist, beschäftigen sich Jugendliche vor allem mit Abstimmungen und Abstimmungsthemen. Darunter interessiert vor allem das Thema der Migration und damit verknüpfte Sachfragen, was sich mit den Befunden des CS-Jugendbarometers deckt.
◾Viele Jugendlichen beklagen sich darüber, dass die politische Sprache zu kompliziert sei, die Kandidierenden kaum bekannt seien und der Wahlakt generell zu schwierig sei. Einfache und verständliche Wahlinformationen können einen Beitrag zur Reduktion von Überforderung leisten.
◾Jugendliche sind der Ansicht, dass man sich an den Wahlen beteiligen muss, damit die Interessen der Jugend vertreten werden. Zudem sind sie der Meinung, dass das Wählen eine Bürgerpflicht ist. Diese soziale Erwünschtheit steht im Vordergrund. Deshalb muss diese angesprochen werden, um die Beteiligung zu steigern.
◾In der eigenen Wahrnehmung und passend zu den übrigen Befunden ist das Gespräch ein zentrales Motivationsinstrument für die Teilnahme. Nicht in allen Elternhäusern können diese stattfinden. Entsprechend sind alternative Orte, um solche Gespräche am Arbeitsplatz, in der Schulpause oder sogar im Unterricht zu führen, wertvoll, um eine latent vorhandene Bereitschaft zur Teilnahme zu aktivieren.
◾Die Analyse der Beteiligungsformen hat gezeigt, dass sich eine Gruppe von Internetaffinen speziell über dieses neue Medium beteiligen. Ob sie sich, würde es dieses Medium nicht geben, nicht einfach auf andere Art und Weise politisch ausgedrückt hätten, kann zwar nicht beurteilt werden; die Tatsache, dass es diese Gruppe von Internetaffinen gibt, zeigt jedoch ein gewisses Potenzial der neuen Medien an.

Unser Fazit daraus für die Kampagne:

Gegen 600'000 junge SchweizerInnen werden gemäss Zahlen des BfS 2015 zwischen 18 und 25 Jahre alt sein. Etwa 30 Prozent oder 180'000 werden voraussichtlich an den Wahlen teilnehmen. Die Kampagne von easyvote sollte auf Basis unserer Analyse etwa 60'000 Jugendliche zusätzlich mobilisieren und die Beteiligung von 40 Prozent anstreben.

Die empfohlene Zielgruppe sind in erster Linie potenziell Wählende. Sie empfinden ein gewisses Pflichtgefühl fürs Stimmen und Wählen, interessieren sich generell fürs Weltgeschehen und konkret für Abstimmungsthemen, die ihren eigenen Alltag berühren. Sie müssen aber verstärkt auch für das Wählen die eigene Betroffenheit erkennen und damit den Sinn erkennen. Hier kann eine Kampagne nur beschränkt oder indirekt einwirken, sie sollte aber ihren Akzent auf diese Sinnhaftigkeit setzen.

Die Kampagne kann auf die Abstimmungstermine 2015 aufbauen und eine Verbindung zu den Wahlen im Oktober schaffen.

Inhaltlich und mit Blick auf die argumentative Basis sollte subtil und nicht didaktisch im Sinne einer "Präventionskampagne" an die Bürgerpflicht appelliert werden. Jugendliche sollten Wählen verstärkt als wichtig für die eigene Interessenvertretung und für die Schweizer Demokratie empfinden und dabei noch deutlicher erkennen, dass Wählen jeden und jede angeht.

Der zweite Inhalt dient der Reduktion von Überforderung. Hier können die bisherigen Massnahmen, Inhalte und Medien von easyvote, aber auch Plattformen wie smartvote eine zusätzliche Stütze sein.

Medial sind Gespräche in erster Linie zentral. Wenn die Kampagne als Anstoss für informelle Gespräche über Politik dient, hat sie ihre Kernaufgabe erfüllt. Gespräche erfüllen idealtypisch die Anforderungen an die Kampagne, sie müssten am Schluss mit einem Appell zur Teilnahme enden. Dieser zweistufige Informationsfluss fördern idealerweise Eltern. Die Kampagne von easyvote kann aber andere Kanäle stärken. So können auch die eng an easyvote und den DSJ gebundenen Personen Auslöser für Gespräche sein. Das Lehrpersonal, Vorgesetzte, Ausbildende aber auch Online-Medien oder soziale Medien können zu Gesprächen aufrufen und diese auslösen.

Die zweite interessante Zielgruppe sind Jugendliche, die sich vor allem auf dem Internet informieren und über diesen Kanal beteiligen möchten. Hier können attraktive Web-Angebote und soziale Medien eine entscheidende Rolle spielen. Die Möglichkeit eines E-Votings ist nicht nur langfristig geeignet, diese Gruppe direkt zu mobilisieren, sondern auch ein Thema, mit dem man sie bewegen kann. Etwa 6'000 Personen (10 Prozent) sollten auf diesem Weg zusätzlich mobilisiert werden können.

 

 

Kunde
easyvote - ein Projekt des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente DSJ
Zitierweise
Verwendung unter Quellenangabe gestattet, zitierweise "Kampagnenplanung easyvote von gfs.bern"
Grundgesamtheit
Ausbildungsstätten - 15-21-Jährige mit Wohnsitz in der Schweiz
Herkunft der Adressen
Vollständige Schulverzeichnisse aus 10 Kantonen
Art der Stichprobenziehung
Zufallsauswahl der Schulen, Auswahl der Klassen, Befragung aller SchülerInnen der Klassen
Geschichtet nach
Schultyp
Erhebungsart
Online
Befragungszeitraum
18. August 2014 - 19. September 2014
Realisierte Interviews
1309
Vertrauensintervall für Gesamtstichprobe
spezielle Berechnung Klumpenstichprobe
Gewichtung nach
Schultyp, Sprachregion
Hauptautor
 
Facebook
Twitter
Mail

Please login or register to post comments.