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FDP profitierte von Durchsetzungsinitiative
FDP profitierte von Durchsetzungsinitiative
Man erinnert sich: Am 28. Februar 2016, als in einer Volksabstimmung über die Durchsetzungsinitiative entschieden wurde, beteiligten sich 63 Prozent der Stimmberechtigten. Rund herum war von einer speziellen Mobilisierung die Rede.

Eine Umfrage von gfs.bern im Nachgang zu genau dieser Volksabstimmung ermittelte nun die hypothetischen Parteistärken Ende Februar 2016. Ergebnis: Wäre am Abstimmungstag auch gewählt worden, wäre die FDP höchstwahrscheinlich die wählerstärkste Partei gewesen, knapp vor der SVP und deutlich vor der SP. Stärker als im Oktober 2015 wäre das Lager mitte/rechts gewesen, denn nebst der FDP hätte auch die BDP vom Schub durch die Durchsetzungsinitiative profitieren können.

Hauptgrund für die gemessenen Veränderungen wäre nicht das Wechselwählen gewesen. Dieses fiel ausgesprochen gering aus. Vielmehr sind die Veränderungen eine Folge der speziellen Mobilisierung. Einmal lag die Teilnahme bei der ersten Abstimmung nach der Wahlen um 15 Prozentpunkte über derjenigen im Oktober 2015. Sodann waren nicht alle Parteilager gleich stark motiviert, sich zusätzlich zu äussern. Die mit Abstand höchste Mobilisierungsquote kannte die FDP, welche sich im Abstimmungskampf speziell eingesetzt hatte und den Abstimmungssieg witterte. Unter dem Mittel zusatzmobilisiert war vor allem die SVP, deren Wählende die Niederlage bei der Durchsetzungsinitiative kommen sahen.

Die Ursachen für die Veränderungen in der Parteistärken lassen Skepsis gegenüber Generalisierungen aufkommen. Die Mobilisierungseffekte können genau so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind. Sie setzen ein geeignetes Sachthema voraus, aber auch eine Stimmungslage, die eine Partei oder ein Lager zur Teilnahme besonders motiviert.
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