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Die neue Swissness
Die neue Swissness
Das beginnende 21. Jahrhundert ist objektiv durch Oeffnung der Schweiz gegenüber dem Ausland gekennzeichnet. Ob sich die SchweizerInnen subjektiv gleich schnell öffnen, kann aufgrund der zentralen Ergebnisse aus dem Sorgenbarometer 2008 hinterfragt werden. Vielmehr zeichnet sich im Selbstbewusstsein eine Synthese aus Traditionsorientierung und Oeffnungsbereitschaft ab.



Wo sich im Sorgenbarometer längerfristig anhaltende Trends ergeben, verweisen sie 2008 in Richtung Schweiz. So hat sich seit dem Jahr 2000 der Anteil SchweizerInnen, der eine nach aussen offene Schweiz unterstützt von 43 auf 19 Prozent mehr als halbiert. Mit einer Zunahme von 24 auf 40 Prozent hat sich der Prozentsatz fast verdoppelt, der eine Rücksinnung auf die schweizerische Eigenheiten befürwortet. Mainstreamig bleibt jedoch die Hoffnung, dass es eine weltoffene und gleichzeitig traditionsbewusste Schweiz gibt.

Darauf angesprochen, was die Schweiz heute am meisten bedroht, antworten am meisten Befragte, die Einwanderung in die Schweiz. 30 Prozent sehen die Schweiz dadurch stark gefährdet, weitere 41 Prozent eher. Die Verunsicherung stammt als aus der Entfremdung, die eine Mehrheit im eigenen Land durch die Migration erlebt.

Als Gegenbewegung dazu nimmt die Identifikation mit Schweizerischem zu. Ueberdurchschnitt stolz auf die Schweiz ist man im Lager der SVP, generell bei politisch rechts stehenden und bei Menschen über 60 Jahre. Sie halten ungebrochen am Sonderfall-Denken fest.

Doch das sind nicht die einzigen Trendgruppen, die man beobachten kann. In breiten Bevölkerungsteilen nimmt eine ausgesprochene Swissness-Haltung zu. Schweizierische Identität wird dabei nicht mehr aufgrund der Unabhängigkeit, Neutralität und direkten Demokratie definiert. Vielmehr wird die Schweiz mit wirtschaftlichem Erfolg in Verbindung gebracht: die höchste Symbolik kommt dabei der Uhrenindustrie zu. Präzise, robust und beliebt sind ihre Produkte, die wie nichts anderes für schweizerische Qualität stehen.

Man kann das wie folgt zusammenfassen: Die Schweiz bleibt den SchweizerInnen wichtig, egal ob die globalisierte Wirtschaft fette Gewinne oder riesige Pleiten bringt. Die eigene Leistung, die sich im Inland bewährt oder im Ausland Erfolge feiert, schafft dauerhafte Identifikation. Für eine Mehrheit wird die Schweiz so selber zum qualitativ hochwertigen Markenprodukt.

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