Anmelden
DE  Ι  FR  Ι  EN
Fragen und Antworten

Beeinflussen Umfragen Abstimmungen oder Wahlen?

Die Erkenntnisse der Theorie:
Viele Untersuchungen zum Einfluss von Umfragen auf das Wahlverhalten wurden weltweit gemacht und praktisch nie konnte ein Effekt nachgewiesen werden. Die Theorie spricht von verschiedenen möglichen Einflüssen aus das Wählen, was sich auch auf Abstimmungen übertragen lässt. Dabei wird zwischen Auswirkungen auf die Beteiligung und auf die Wahlentscheidung unterschieden:

  • Mobilisierungs-Effekte: Demnach förderten Umfragen, speziell bei unsicherem Ausgang, die Beteiligung an der Entscheidung.
  • Defätismus-Effekt: Demnach verringerten Umfragen die Mobilisierung der veraussichtlichen Verlierer.
  • Lethargie-Effekt: Demnach verringerten Umfragen die Beteiligung der angenommenen Gewinner.
  • Bequemlichkeits-Effekt: Demnach verringerten Umfragen die Beteiligung von Unschlüssigen.

Bezogen auf die Auswirkungen auf die Entscheidfindung selber werden zwei Effekte unterschieden.

  • Bandwagon-Effekt: Demnach kommt es zu einem Meinungswandel zugunsten des voraussichtlichen Gewinners.
  • Underdog-Effekt: Demnach kommt es zu einem Meinungswandel zugunsten des voraussichtlichen Verlierers.

Für all diese Effekte konnte die Forschung bisher keine handfesten Beweise erbringen. Der veröffentlichten Umfragen vor Wahlen und Abstimmungen können kein eindeutig erkennbares Mass oder klar bestimmbare Richtung der Beeinflussung nachgewiesen werden.

Die Haltung von gfs.bern:
Umfragen beeinflussen die Entscheidungen von Akteuren, wie sie was in der Kampagne machen. Sie beeinflussen gemäss unseren Erfahrungen von gfs.bern auch die Erwartungen, mit welchem Ausgang zu rechnen ist.

Blogbeitrag zum Thema

«Umfragen sind unverzichtbar, werden aber auch oft falsch verstanden. Das führt auch zu Kritik. Antworten auf die wichtigsten Fragen.»