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Vorumfragen genau, Trendanalyse sehr genau
Vorumfragen genau, Trendanalyse sehr genau

Unsere Umfragen, die wir im Vorfeld der Volksentscheidungen vom 12. Februar 2017 für die SRG erstellt haben, stimmten sehr gut.

 

Stellt man auf die ermittelten Ja-Anteile ab, lagen wir beim Strassenfond 0 Prozentpunkte neben dem Endergebnis, bei der Unternehmenssteuerreform 4 Prozentpunkte und bei der Einbürgerungsfrage waren es 6 Prozentpunkte. Die mittlere Abweichung beträgt 3,3 Prozentpunkte. Damit waren wir noch etwas besser als der Schnitt unserer Vorumfragen, seit wir die CATI-Methode mittels Handy-Anrufen aufgebessert haben.

 

Besser noch waren unsere Trendanalysen, denn die Extrapolation der Veränderungen von der ersten zur zweiten Welle auf den Abstimmungstag legte bei der USR3 einen Ja-Wert von 41 Prozent nahe, bei der Einbürgerung einen Wert von 60 Prozent und beim Strassenfonds von 63 Prozent. Die mittlere Abweichung wäre dann 0.3 Prozentpunkt. Besser kann man Abstimmungsvorberfagungen nicht durchführen und interpretieren.

 

Quelle Graphiken: www.politan.ch

 

 

Die Vorteile unserer Analysen sehen wir nicht nur in der erheblichen Validität der Messungen. Wir betrachten es auch als Vorteil, dass wir mit dem Dispositionsansatz seit 20 Jahren einen konsistenten Rahmen für die Interpretation von Umfragewerten entwickelt haben.

 

Demnach war die Vorlage zum Strassenfonds eine positiv prädisponierte Behördenvorlage, die letztlich zu wenig polarisierte, um einen medial relevanten Meinungsbildungsprozess auszulösen.

 

Die beiden anderen Behördenvorlagen waren unseres Erachtens ebenso positiv prädisponiert, wenn auch mit zwei Einschränkungen:

  • Bei der Einbürgerung betraf sie das bürgerliche Lager ausserhalb der SVP, das aus Erfahrung schwankend ist und in einer Kampagne gepflegt werden muss. Hinzu kam die denkbare Problematik des Ständemehrs bei einem allfällig knappen Abstimmungsausgang. 
  • Bei der Unternehmenssteuerreform ging es um die kognitive und emotionale Intelligenz. Erstere sprach eher für die Vorlage, letztere war eine potenzielle Hypothek. Gemeint war, dass das Klima zu solchen Vorlagen kippen kann, wenn die klassische Botschaft von Wirtschaftskampagnen durch neuartige Kontroversen um Bevor- und Benachteiligte einerseits, durch die Debatte über Glaubwürdigkeit andererseits über- oder unterlagert werden.

 

In der Tat kam es in beiden Fällen zu einer unüblichen Dynamik im Abstimmungskampf: Burka-Plakat und "Mittelstandsbeschiss" waren die Stichworte, deren Effekte bei der Einbürgerungsvorlage nicht entscheidend waren, bei der Unternehmenssteuerreform hingegen schon, denn das fortgesetzte Sinken an Zustimmung führt bei einer Vorlage ohne Reserven im Ja unweigerlich zu einem finalen Nein.

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