Anmelden
DE  Ι  FR  Ι  EN
Publikationen
Vollgeld als Idee zu exotisch, Problemdruck zu klein
Vollgeld als Idee zu exotisch, Problemdruck zu klein

Bei der Vollgeldinitiative konnte das Nein-Lager zwischen der ersten und der zweiten Welle an Stimmen gewinnen und von 49 Prozent auf 54 Prozent zulegen. Ein weiterer Trend ins Nein zeichnete sich  ab. Diese Stimmen kamen dabei primär aus den Reihen der Unentschiedenen, die sich auf Ende des Abstimmungskampfes, bei der Detailauseinandersetzung mit den Inhalten, für die Bewahrung des Status Quo und die Behördenposition entschieden. Die Parolen von Parlament und allen Parteien wirkten klar.

Die Initianten haben sich keinen Gefallen getan, in dem sie stark auf die Frage zwischen Wahrheit und Unwahrheit und weniger auf eine politische Debatte setzten. Die Kernidee der Initiative geniesst zwar eine gewisse Popularität im Volk, am Schluss war der Ansatz aber eindeutig zu exotisch und der Problemdruck in der Frage nicht vorhanden. Die räumliche Analyse verweist einzig auf etwas erhöhte Ja-Anteile in ökologisch-linken Kreisen, die Wert auf einen individuellen Lebensstil legen.

Gegen etablierte Institutionen lässt sich kaum eine Volksinitiative gewinnen – insbesondere nicht gegen die Nationalbank, die in den letzten Jahren mit mehreren erfolgreichen Interventionen am Markt entscheidend zum wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz beigetragen hat. Das hohe Vertrauen in die Nationalbank bestätigt sich auch im Credit Suisse Sorgenbarometer wiederholt.  

Mit dem Nein zur Vollgeldinitiative scheitert nun auch die elfte von bisher elf Volksinitiativen, die in der aktuellen Legislatur zur Abstimmung kamen.
Zitierweise
Verwendung unter Quellenangabe gestattet, zitierweise "Auszug aus der Forschungsarbeit von gfs.bern"
Hauptautor
 
Facebook
Twitter
Mail

Please login or register to post comments.