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Tiefe Stimmbeteiligung und Kick in Richtung Ja-Lager beim Geldspielgesetz
Tiefe Stimmbeteiligung und Kick in Richtung Ja-Lager beim Geldspielgesetz

Die SRG-Trendanalyse zeigte bereits Ende Mai auf, mit welcher Dynamik der Meinungsbildung bei den Abstimmungsvorlagen vom 10. Juni 2018 zu rechnen ist.

Beim Geldspielgesetz wurde in der ersten Welle ein Wert von 52 Prozent und in der zweiten Welle von 58 Prozent Ja-Stimmen gemessen – mit klarem Trend hin zu einem höheren Ja-Anteil. Das Nein-Lager hatte Mühe ihre Sympathisantinnen und Sympathisanten bis zum Schluss zu mobilisieren. Das räumliche Muster der Ergebnisse zeigt auf, dass es in der Westschweiz bis zum Schluss kaum Kontroversen gab. In der Deutschschweiz blieben wahrscheinlich die Nein-Parole der FDP und die Kritik aus der Reihe der SVP nicht ohne Wirkung. Die Nein-Anteile bei der SVP und der FDP-Anhängerschaft dürften etwas höher ausfallen als bei den restlichen Parteisympathisantinnen. 

Die Ausweitung der Debatte war von Anfang an die Schwäche der Gegner. Es gelang ihnen nicht, die Thematik von der technischen Frage der Netzsperre hin zu einer Grundsatzdebatte über Zensur und Wirtschaftsfreiheit zu bewegen. Das Nein-Lager wurde in Inseraten zudem nochmals hart für ihre finanziellen Verwicklungen mit dem Ausland attackiert. Zwei Argumente befeuerten ein Ja besonders: Einerseits bewog die Angst vor dem Abfluss von Geldern ins Ausland Viele, für die Vorlage zu stimmen. Andererseits empfinden viele die inländischen Casinos und ihre Steuern als Unterstützung für die Sozialwerke.

Insgesamt bewegten die beiden Vorlagen eine unterdurchschnittliche Zahl an Stimmberechtigten an die Urne, was in der Regel ein Vorteil für die Behördenposition ist. Gerade bei nicht so tragenden Debatten erfolgt dann oft ein Kick Richtung Parole von Bundesrat und Parlament. Das zeigt sich am heutigen Abstimmungssonntag beim Geldspielgesetz besonders deutlich.

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Verwendung unter Quellenangabe gestattet, zitierweise "Auszug aus der Forschungsarbeit von gfs.bern"
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