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No-Billag-Initiative: Intensive Debatten – robuste Meinungen
Das klare Meinungsbild gegen die No-Billag-Initiative ist das Resultat einer ausserordentlich frühen und emotionalen Debatte.
No-Billag-Initiative: Intensive Debatten – robuste Meinungen

Medien sind für die Orientierung in Abstimmungskämpfen wichtig. Sie prägen auch den Eindruck der Relevanz einer Vorlage. Im Normalfall setzt die Meinungsbildung bei Initiativen sehr spät ein, was auch zu grossen Verschiebungen in der Meinungsbildung führen kann. Mit der Diskussion verlagert sich die Optik weg von der Idee einer Initiative hin zu den Problemen, was in der Regel die Ablehnung der Initiative auslöst. Das war beispielsweise bei der Service-Public-Initiative der Fall. Sie startete sechs Wochen vor der Abstimmung in der ersten SRG-Trendumfrage mit 58 Prozent Zustimmung und erreichte schliesslich noch gerade 33 Prozent Ja-Stimmen-Anteil.

Nun zeigen die Analysen des fög eine sehr frühe und ausserordentlich intensive Auseinandersetzung mit der No-Billag-Initiative in den redaktionellen Medien. Ähnlich intensive Debatten konnten auf Online-Medien beobachtet werden. Die mediale Berichterstattung war deutlich umfangreicher als beispielsweise bei der Durchsetzungs-Initiative. Die SRG interessiert einerseits die Bevölkerung, andererseits sind alle Medienschaffenden indirekt oder direkt mit der SRG verbunden. In gewissen Wochen war trotz mehrheitlicher Kritik aus Parlament und Bundesrat der Medientenor sogar leicht zugunsten der Initiative. Das schreckte die Gegnerschaft auf. Auf allen Kanälen wurden nun mehr und mehr auch Gegenargumente laut.

Damit hat die Verschiebung der Optik bei der No-Billag-Initiative auf die Schwächen früher als üblich begonnen. Alle unsere Indikatoren zeigen, dass der Stand Meinungsbildung nun weit fortgeschritten ist. Die inhaltliche Auseinandersetzung ist gross. Die Verlagerung auf Schwächen der Initiative zeigt sich vor allem bei Befürchtungen: Qualitätseinbussen, Verlust der SRG oder lokaler Sender oder Abhängigkeit von privaten Geldgebern. Der starke Umbau des Mediensystems konnte früh Befürchtungen wecken. Diese waren auch früh meinungsbildend und erklären den hohen Nein-Anteil von 60 Prozent in unserer ersten SRG-Trendumfrage. 48 Prozent der Teilnahmewilligen wollen sogar "bestimmt" gegen die No-Billag-Initiative stimmen. Diese klare Bild ist entstanden, obwohl eine Mehrheit beispielsweise die SRG als zu gross beurteilt und unverändert Sparmassnahmen fordert.

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