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Erstanalyse der Resultate zur Abstimmung über die AHV Reform

Genf als Ausreisser in der Romandie

Erstanalyse der Resultate zur Abstimmung über die AHV Reform

Die Kantone streuen sich in ihrem Stimmverhalten insgesamt entlang einer Links-Rechts-Achse, wobei die Romandie in der Tendenz eher für die Behördenvorlage stimmte als die Deutschschweiz . Die klare Ausnahme, die diese Regel bestätigt ist am heutigen Sonntag Genf. Dort wurden beide Vorlagen klar verworfen.

Der Grund für diesen "Ausreisser" liegt in einem linken Nein, das sich hier durchgesetzt hat. Sowohl die SP Genf als auch die PdA und die Gewerkschaften beschlossen die Nein-Parole. Dieser Wiederstand gegen die Altersreform hat sich offensichtlich durchgesetzt. Hinzu kommt, dass in Genf die kantonalen Abstimmungen drei Tage vor dem eigentlichen Urnengang abgesagt werden mussten. Der Grund dafür war eine Beschwerde der Bürgerlichen gegen die Gestaltung des Abstimmungsbüchleins, die vom Genfer Verfassungsgericht gutgeheissen wurde. Obwohl nur kantonale Vorlagen von der Absage betroffen waren, könnte die dadurch entstandene Unsicherheit auch für die nationale Vorlage Folgen gehabt haben.

Das Kantonsmuster zeigt ausserdem auch einen Zusammenhang mit dem grundsätzlichen Grad der Unterstützung für Behördenvorlagen in den Kantonen. Dort, wo traditionell eine grössere Distanz zu Bundesbern herrscht und wo man sich zu viel Zentralisierung verwehrt, fiel das Nein besonders stark aus. Das gilt auch für die Verteilung innerhalb der Kantone. In Kantonen wie Zürich oder Bern, wo das Ja höher ausfiel, geschah dies insbesondere aufgrund der starken Städte.

 
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