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Begleitstudie 2017 anlässlich der Einführung von SwissDRG, TARPSY und ST Reha
Verändertes Arbeitsumfeld und Einstellung zu neuen Finanzierungsmodellen
Begleitstudie 2017 anlässlich der Einführung von SwissDRG, TARPSY und ST Reha

Im Auftrag der FMH führt gfs.bern seit 2011 eine repräsentative Befragung bei der Spitalärzteschaft und im praxisambulanten Bereich in der Akutsomatik durch. Seit 2013 werden auch Ärzte und Ärztinnen der Rehabilitation und Psychiatrie befragt. Ursprünglich als Begleitforschung zur Einführung der Fallpauschalen in der Akutsomatik konzipiert, ist das Erkenntnisinteresse der vorliegenden Studie heute breiter angelegt. Derzeit sind diverse Veränderungsprozesse im Gang, welche die Schweizer Spitallandschaft und die medizinische Tätigkeit nachhaltig prägen. Ziel der Studie ist es, neben den Reformen um die Tarifsysteme (SwissDRG, TARPSY, ST Reha) auch die übergeordneten Rahmenbedingungen für die ärztliche Tätigkeit in der Schweiz systematisch zu erheben.

Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz sind stolz auf ihren Beruf und identifizieren sich stark mit der eigenen Tätigkeit. Eine Mehrheit gibt an, über eine interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit zu verfügen und auch mit der Bezahlung zu-frieden zu sein. Die Arbeitszufriedenheit über alle befragten Ärztegruppen ist hoch, nimmt aber leicht ab. Passend dazu ist seit 2013 in der Akutsomatik und der Psychiatrie auch eine kleine, aber steigende Anzahl Ärztinnen und Ärzte zu beobachten, die auch über Stellen ausserhalb des schweizerischen Gesundheitswesens nachdenken.

Diese Entwicklung mag auch am beträchtlichen Leistungs- und Zeitdruck liegen, dem sich eine klare Mehrheit der Ärzteschaft ausgesetzt sieht. In einer normalen Woche arbeitet eine Ärztin oder ein Arzt mit einer Vollzeitstelle knapp 56 Stunden pro Woche, was deutlich über dem schweizerischen Durchschnitt von 43 Stunden liegt. Von allen anfallenden Arbeiten, ist lediglich ein Drittel medizinischer und patientennaher Natur. Im Vergleich zu 2011 ist zudem eine leichte Abnahme in diesen Tätigkeiten zu verzeichnen. Stattdessen nimmt der Aufwand für Dokumentationsarbeiten zu.

Die Leistungsorientierung im Gesundheitswesen macht sich im Praxisalltag verschiedentlich bemerkbar. Beispielsweise nimmt der Anteil leistungsabhängiger Lohnkomponenten im Spitalwesen zu. Gerade bei der leitenden Ärzteschaft und den Chefärztinnen und –ärzten sind solche Entschädigungssysteme heute Usus. Obwohl Vorkommnisse wie der Verzicht auf Massnahmen am Patienten aus Kostengründen vereinzelt beobachtet werden, ist eine Mehrheit klar der Meinung, dass die optimale Patientenversorgung nicht gefährdet ist.

Die Diskussion über neue Finanzierungsmodelle im Gesundheitswesen verfolgen die befragten Ärztinnen und Ärzte teilweise. Man ist mit dem aktuellen System unzufrieden, aber so richtig aufgenommen wurde die Diskussion um die neuen Lösungen von einem Grossteil der Ärzteschaft noch nicht. Gewisse Sympathien geniesst die duale-fixe Finanzierung mit einer Beteiligung der Kantone an den ambulanten Kosten. Die grossen Anteile Unentschiedener zeigen, dass ein Effort gemacht werden muss, um die Ärzteschaft mit an Bord bei der Ausgestaltung neuer Lösungen zu holen.

 

 

Kunde
FMH
Zitierweise
Verwendung unter Quellenangabe gestattet, zitierweise "Auszug aus der Forschungsarbeit von gfs.bern"
Grundgesamtheit
Ärzteschaft in der ganzen Schweiz
Herkunft der Adressen
Mitgliederadressen
Erhebungsart
Online
Befragungszeitraum
Juni 2017 - August 2017
Realisierte Interviews
1471
Vertrauensintervall für Gesamtstichprobe
± 2.6 Prozentpunkte (95 %-Vertrauensintervall bei 50 %/50 %-Verteilung)
Hauptautor
Co-Autoren
  • Cloé Jans
Team
  • Stephan Tschöpe
  • Aaron Venetz
  • Noah Herzog
 
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