Nachanalyse "Verkehrsentlastung Rapperswil-Jona"
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Ablehnung aufgrund offener Fragen – Neuauflage gewünscht
Am 25. September 2011 stimmten die Stimmberechtigten der Stadt Rapperswil-Jona über das Projekt Verkehrsentlastung Rapperswil-Jona (VERJ) ab. Der Vernehmlassungsbeschluss des Stadtrats wurde mit 54 Prozent Nein verworfen. Die Stimmbeteiligung lag bei 56 Prozent.
Kurz zusammengefasst sahen wir für die Ablehnung folgende Gründe:
- Die Stimmberechtigten waren verunsichert. Sie hatten Mühe, sich ein Bild zur Vorlage zu machen. Sie hätten sich mehr Informationen vom Stadtrat oder dem Kanton gewünscht. Ein Teil der Stimmberechtigten zog daraus die Konsequenzen und blieb der Urne fern.
- Im Gegenzug nutzten gerade Stimmberechtigte, welche grundsätzlich mit der Politik unzufrieden sind, die Abstimmung um ihren Unmut kundzutun. Sie beteiligten sich überproportional und stimmten deutlich häufiger mit Nein.
- Die UGS, welche gegen die Vorlage war, konnte ihre Sympathisierenden stärker mobilisieren und von ihrer Haltung überzeugen. Die befürwortenden FPD.Die Liberalen, CVP und SP hatten mehr Mühe hinsichtlich Mobilisierung und Parolentreue. Die SVP-Basis (Stimmfreigabe) und die Parteiungebundenen stimmten stärker mit Nein.
- Inhaltlich scheiterte die Vorlage primär daran, dass der Tunnel den Stimmberechtigten ohne zweite Etappe sinnlos erschien, das Erreichen des Projektziels (flächendeckende Verkehrsentlastung) bezweifelt sowie Verkehrsbehinderungen und Lärm beim Bau befürchtet wurden.
Trotz Ablehnung der Vorlage sind sich die Stimmberechtigten des Verkehrsproblems bewusst und wünschen, dass gründlich über eine neue Vorlage nachgedacht wird.
Publikationsreihe
Reformen
Dienstleistungsart
Eidgenössische, kantonale und lokale Abstimmungen, Telefonisches Interview CATI
Team
Urs Bieri, Jonas Philippe Kocher, Stephan Tschöpe, Silvia-Maria Ratelband-Pally
Grundgesamtheit
Stimmberechtigte der Stadt Rapperswil-Jona (davon 600 Abstimmungteilnehmende)
Befragungszeitraum
26.09.2011 - 15.10.2011
Realisierte Interviews
1004
Stichprobenbildung
systematische Zufallsauswahl, gewichtet nach tatsächlichem Abstimmungsresultat resp. tatsächlicher Teilnahme
Vertrauensintervall für Gesamtstichprobe
Stimmberechtigte: ± 3.2 Prozentpunkte (95%-Vertrauensintervall bei 50 %/50 %-Verteilung)
Teilnehmende: ± 4.1 Prozentpunkte (95%-Vertrauensintervall bei 50 %/50 %-Verteilung)
Zitierweise
Verwendung unter Quellenangabe gestattet, Zitierweise
"gfs.bern, Nachanalyse "Verkehrsentlastung Rapperswil-Jona""