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Text von der SDA zur Verfügung gestellt
Wählende unter 40 haben bei den Nationalratswahlen ihre Stimme überdurchschnittlich häufig der SP, den Grünen sowie den neuen Parteien GLP und BDP gegeben. Deutlich weniger als im Landesmittel entschieden sich junge Wähler für die SVP und die CVP. Das zeigt eine Befragung von 135 18- bis 39-jährigen Wählern des Forschungsinstituts gfs.bern innerhalb der Repräsentativbefragung von 1010 Wählenden im Auftrag der SRG. Die Resultate teilte gfs.bern am Mittwoch der Nachrichtenagentur sda mit. Alle Befragten gaben an, gewählt zu haben.
22 Prozent der unter 40-Jährigen stimmten für die SP, die gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) insgesamt landesweit auf 18,7 Prozent Wähleranteil kam. 18 Prozent stimmten für die Grünen, die gemäss BFS eine Parteistärke von 8,4 Prozent haben. Die GLP und die BDP kamen bei den jüngeren Wählerinnen und Wählern auf Wähleranteile von je 9 Prozent. In der BFS-Statistik erreichten sie je 5,4 Prozent. Die SVP wurde von den Befragten mit 11 Prozent weit weniger oft gewählt als im Landesmittel, wo sie 26,6 Prozent erreichte. Spät Mobilisierte wählten seltener SVP Auch die CVP fand deutlich weniger Zuspruch. Für sie stimmten 7 Prozent Jüngere, während ihr Wähleranteil insgesamt 12,3 Prozent beträgt. Die FDP erreichte bei den jüngeren Wählern 14 Prozent, während sie gemäss BFS 15,1 Prozent Wähleranteil hält. Laut Lukas Golder von gfs.bern zeigt die Befragung trotz Unschärfe bei jüngeren Wählern eine Tendenz zu grün und zu den neuen Parteien GLP und BDP. Der geringe Anteil der SVP sei darauf zurückzuführen, dass viele Junge erst zuletzt mobilisiert worden seien. "Diese Stimmen gingen dann eher auf die andere Seite." Das ändere aber nichts daran, dass der von der SVP propagierte "konservative Lebensentwurf" bei vielen jungen Menschen gefragt sei. Golder verwies auf das Jugendbarometer 2011: In dieser von gfs.bern erstellten Umfrage bezeichneten sich 32 Prozent der Jugendlichen als politisch rechts und 29 Prozent als links. Junge haben gemäss Golder weniger feste Parteibindungen und können kurzfristiger mit einem emotionalen Wahlkampf mobilisiert werden. Dies dürfte der SVP bei diesen Wahlen weniger gut gelungen sein. Anders beurteilt Golder die Situation der CVP. Die tiefe Nachfrage habe bei dieser Partei eher strukturellen Charakter. Gelinge es den Christlichdemokraten nicht, ihre Wählerschaft zu erneuern, könnten sie den Schwund nicht stoppen. Taktische Überlegungen für BDP Umgekehrt habe die SP es verstanden, als linke Partei jüngere Wählende anzusprechen. Und die Grünen seien auch für Jüngere als 68er attraktiv. Wer der BDP die Stimme gegeben habe, habe dies wohl auch aus "taktischen Überlegungen zur Rettung des Sitzes von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf" getan, sagt Golder. Golder nimmt zudem an, dass das Alter der Kandidierenden eine Rolle spielt: Jüngere Menschen auf der Liste könnten auch jüngere Wähler mobilisieren. Zahlen hat er dazu aber nicht. Chancen, gewählt zu werden, hätten junge Kandidaten zudem eher auf der Hauptliste einer Partei als auf separaten Listen von Jungparteien. Das Internet und soziale Medien wie Facebook nutzten die Wählenden unter 40 laut Golder "signifikant mehr" als die Wählerinnen und Wähler im Allgemeinen. Für sie seien elektronische Medien wichtige Kanäle, sagte er mit Verweis auf das Jugendbarometer.