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Wie wahrscheinlich sind die Gewinne und Verluste der Parteien
Autor: Claude Longchamp - Kategorie(n): [Politik]
Theoretisch beträgt der statistische Stichprobenfehler einer Befragung wie dem Wahlbarometer 2.2 Prozentpunkte. Das errechnet sich aus der Stichprobengrösse von 2005 at-random ausgewählter Befragter. Gemeint ist damit, dass bei einem ermittelten Ergebnis von 50:50 der effektive Wert auch zwischen 47.8 und 52.2 schwanken kann.

Wenn es um die Veränderung der gemessenen Parteistärken vom letzten Wahlergebnis geht, ist das von Belang. Allerdings, so meine Auffassung, die ich hier propagiere, wird der Wert der dahinter liegenden Überlegungen bisweilen irreführend verwendet. Denn der statisti­sche Unsicherheitsbereich kann nicht absolut berechnet werden. Er ist die zugelassene Irrtumswahrscheinlichkeit. In den Sozialwissenschaften arbeitet man meist mit einer solchen von 5 Prozent. Oder anders gesagt: mit 95prozentiger Sicherheit.

Man kann den Wert der dafür verwendeten Formel steigern, wenn man die Sache umgekehrt. Statt bei gegebener Stichprobengrösse, Antwortverteilung und Sicherheitsbereich die Marge zu ermitteln, nimmt man die Marge, die man bei einer Verteilung und Stichprobengrösse hat, und berechnet die Wahrscheinlichkeit des Eintretens. Das Nötige hierzu findet sich in der unterstehenden Grafik.
 


Aufs die Ergebnisse im heute erschienen Wahlbarometer angewendet heisst das:



Oder sprachlich ausgedrückt: Die Wahrscheinlichkeit, dass die GLP heute stärker wäre als vor vier Jahren, beträgt 99 Prozent. Jene, dass auch die CVP sich verbessert hat, liegt dagegen nur bei 66 Prozent. Dass die FDP verlieren würde, ist mit 90prozentiger Sicherheit richtig. Bei der SP kann das gleiche mit 78prozentiger Wahrscheinlichkeit gesagt werden.

Um nicht missverstanden zu werden. Das sind immer noch keine Prognosen. Das sind Aussagen zum Ist-Zustand der Parteien aufgrund einer Befragung hierzu.


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