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Veränderungen in der Welt 2011 erreichten oder politisierten die Schweizer Jugend noch wenig
Autor: Lukas Golder - Kategorie(n): [
Kommunikation
]
Revolutionen und Katastrophen verändern die Grundfesten der Schweizer Jugend nur schwach, solange sie nicht im nahen Umfeld geschehen. In der Befragung vom Mai 2011 nach Fukushima sorgte sich die Jugend zwar etwas mehr um die Umwelt und war etwas politisierter. Berufliche Ziele und das eigene Umfeld blieben aber viel zentraler als gesellschaftliche Fragen.
Die klare Mehrheit der Schweizer Jugend sieht die eigene Zukunft positiv. Weder fehlte im Mai 2011 den Jugendlichen an Grundlagen, um zuversichtlich zu sein, noch an Perspektiven, diese Zuversicht auch in reale Vorteile umzuwandeln. Auf die Zukunft der Gesellschaft schaut die Jugend zwar mit gemischten Gefühlen, jedoch leicht optimistischer als im letzten Jahr.
Umweltpolitik und Energiefragen sind durch die Reaktorkatastrophe in Fukushima in der Befragung vom Mai 2011 zwar deutlich wichtiger geworden, die wichtigsten Probleme sieht die Jugend aber weiterhin in der Migration, der Arbeitslosigkeit und der Altersvorsorge. Gerade das Verhältnis zu den Ausländerinnen und Ausländern beurteilt eine Mehrheit der Befragten als angespannt und bezweifelt auch eine rasche Verbesserung des Zustands.
Viele Jugendliche zeigen zwar ein grundsätzliches Interesse an Politik – rund die Hälfte konsumiert politische Nachrichten in den Medien –, stark politisch engagiert sind jedoch die wenigsten. Es ist eine Minderheit, welche Mitglied einer politischen Partei oder einer NGO ist oder an politischen Demonstrationen teilnimmt. Gewissen politischen Themen wie Umweltschutz oder der Bekämpfung von Missständen in der Welt können sich viele grundsätzlich anschliessen, doch eine spannende Arbeit, Freunde und Familie haben Priorität. Trotzdem können sich die Jugendlichen häufig politisch verorten: Im Gegensatz zu den älteren Stimmberechtigten tendieren sie jedoch stärker zu den politischen Extremen links und rechts der Mitte. Die politische Einstellung beeinflusst auch die Sicht auf viele Aspekte des Lebens wie das Zugehörigkeitsgefühl zur Schweiz, die Problematisierung der Migration, die Umweltaffinität oder das soziale Engagement.
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