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Mobilisieren ist wichtiger als über entgangenes Geld zu jammern.
Autor: Claude Longchamp - Kategorie(n): [Keine Kategorie]
Wenn Umfragen zu Volskabstimmung erscheinen, schauen fast alle gebannt auf die Ja und Nein Werte. Und sie meinen, nur die Unentschiedenen könnten noch etwas ändern. Das stimmt so nicht unbedingt: Denn die Mobilierung kann mindestens so viel verändern, wie verschiedene Beispiele in jüngster Zeit zeigen.

Wäre am 13. Oktober 2010 bereits über die 3 Vorlagen entschieden worden, die am 28. November 2010 zu Entscheidung anstehen, wäre die Mobilisierung ausgesprochen polarisiert gewesen. Am besten für eine Stimmabgabe motiviert waren die AnhängerInnen der GPS, gefolgt von der SVP, der SP und der CVP. Die geringste Mobilsierung des eigenen WählerInnen-Potenzials hätte die FDP gehabt.

Solche Phänomene treten immer dann auf, wenn wir eine Polarisierung zwischen "gesellschaftskonservativ und gesellschaftlichliberal" haben. Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass die Ausschaffungsfrage momentan am meisten mobilisiert. Sie ist seit den Wahlen 2007 ein Thema. Sie wurde von der SVP lanciert, fand im Parlament Widerhall und wurde wiederkehrend medial thematisiert. Ohne Zweifel handelt es sich auch um ein vorrangiges BürgerInnen-Thema.

Nun ist die polarisierte Form der Mobilisierung bei weitem nicht die einzig mögliche. Es gibt auch andere Muster: Die Zentrumsmobilisierung, die links- oder rechtslastige ebenso. Wie das effektiv ist, hängt nicht nur vom Thema ab, sondern auch von der Thematisierung durch die Parteien selber. Sie haben es in der Hand, ihre eigenen WählerInnen direkt anzusprechen und zur Stimmabgaben zu bewegen. Nichts ist glaubwürdiger als der Einsatz der eigenen Gewählten.

Da kann sich bis am 28. November noch einiges ändern. Zumal wir auch über eine zweite Thematik, die Steuerfrage, abstimmen, die eher zwischen SP und FDP polarisiert. Zumal die Parteien ihren Abstimmungskampf erst begonnen haben, und er nicht schon fertig ist.

Das Wehklagen über das fehlende Geld aus den Wirtschaftsverbänden irritiert da. Sicher, mit Geld macht man Inserate- und Plakatekampagnen. Die Abstimmung über die Einbürgerungsinitiative der SVP zeigte, dass das aber nicht alles ist. Damals hatte das Nein-Lager auch kein Geld von der Wirtschaft erhalten. Es liess sich aber nicht beirren. Es mobilisierte über die internen Kanäle. Und siehe da: Die Gegner, die anfänglich so im Rückstand lagen, obsiegten souverän.
Mobilisieren geht eben über alles!
 


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