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Momentaufnahmen, Trends und Prognosen
Autor: Claude Longchamp - Kategorie(n): [Politik]
Eines erstaunt mich: Mit welcher Hartnäckigkeit Umfragen zu Stimm- und Wahlabsichten mit Prognosen gerade in Medien gleichgesetzt werden.
Diese Woche erschien das Wahlbarometer, das im Vorfeld der Nationalratswahlen 2011 sieben Mal den Stand der Meinungsbildung messen will.
In der Medienmitteilung dazu hiess es: Das Wahlbarometer ist keine Prognose. Auf der Frontseite einer grossen schweizerischen Tageszeitung las ich: Prognose zu den Nationalratswahlen.
Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Barometer gehen induktiv ,beobachtend vor; sie messen, was ist. Das ist nicht unabhängig vom Zeitpunkt. Deshlab misst man, auf gleiche Art und Weise immer mehrfach.
Jede Messung ist eine Zwischenstandsmeldung. Die Serie der Zwischenstandmeldungen sind ergibt einen Trend. Trends kann man extrapolieren, sofern keine neuen Ereignisse auftreten.
Genau diese Ereignisse kennt man aber nicht, kann man auch nicht voraussehen, denn sie ergeben sich aus dem Zusammenspiel von Parteien, KandidatInnen und Medien, ohne dass man dessen Gesetzmässigkeit kennt. 
Deshalb ist es unredlich, aus Zwischenstandsmeldungen einerseits, Trends andererseits Prognosen zu konstruieren. Und es ist ebenso unredlich, Momentaufnahmen und Entwicklungen als solche auszugeben.
Ich weiss, dass viele Leute annehmen, Umfragen seien Prognosen. Wenn sie es an sich nicht sind, muss man es umso deutlicher sagen. Eigentlich auch in den Medien. Ein Journalist sagte mir diese Woche: Ich weiss, dass ihr sagt, es seien keine Prognosen. Aber unsere Leser erwarten genau das. Deshalb machen wir das auch so auf. Bestätigen von Vorurteilen, nenne ich das.
 


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